Polfilter — zur Reflexminderung und Farbsättigung
Polfilter ermöglichen die Schwächung von Reflexen bei schrägem Lichteinfall auf elektrisch nichtleidenden Oberflächen, z. B. Glas, Kunststoffe und Lack, was schließlich die Farbsättigung erhöht.
Zirkular-Polfilter verhindern bei gleicher Bildwirkung falsche Belichtungsmessung und AF-Scharfeinstellung. Sie sind zwingend notwendig bei Strahlteiler im TTL-Belichtungsmesser- oder AF-Strahlengang.
Maximale Verstärkung des Himmelsblaus für ein plastisches Hervortreten der weißen Wolken ergibt sich bei Aufnahmerichtungen von etwa
90° zum Stand der Sonne.
Viele transparente Kunststoffe und Folien, z. B. Plastiklineale, zerknüllte Zellophanfolie, zeigen zwischen zwei Polfiltern oder Polarisationsfolien interessante Farben, die sich verändern, wenn die beiden Polfilter/-folien relativ zueinander verdreht werden. Damit können auch
mechanische Spannungen als farbige Muster sichtbar gemacht werden.
Für eine im Bild gleichmäßige Wirkung sollte man 35 oder 28 mm im Kleinbildformat nicht unterschreiten.
Polfilter sind Multitalente.- Dass sich damit störende Spiegelungen vermindern oder beseitigen lassen, ist zwar ihre bekannteste, aber nicht einzige Fähigkeit.
- Sie steigern die Reinheit der Eigenfarben des Motivs (erhöhte Farbsättigung), weil sie das ihnen überlagerte blaue Himmelslicht sperren,
- erhöhen den Kontrast auch in Schwarzweißaufnahmen,
- schwächen Dunstschleier ab,
- arbeiten weiße Wolken vor intensivem blauen Himmel plastischer heraus
- und können, wenn sie gegenüber ihrer normalen reflexmindernden Position um 90° gedreht werden, Spiegelungen auf Wasser, Glas, Lack und Kunststoffen auch bis auf doppelte Intensität verstärken.