10 Tipps für gute Portraitfotos

Wie fotografiere ich ein gutes Portrait?

Die Portraitfotografie gehört zu den beliebtesten Fotothemen. In diesem Tutorial haben wir die 10 nützlichsten Grundlagen-Tipps für ein Outdoor-Shooting zusammengestellt. Dabei wird mit vorhandenem, natürlichem Licht gearbeitet und auf künstliche Lichtquellen, wie etwa einem Blitz, verzichten.

Was braucht es für ein gutes Portrait?

Wer mit der Portraitfotografie beginnt, sollte sich vorerst ruhige Orte suchen. So kannst du dich besser auf das Modell und die Technik konzentrieren. Ein ruhiger Platz in einem Park, eine unbelebte Straße oder vielleicht auch der eigene Garten sind gute Möglichkeiten. Mit etwas gesammelter Erfahrung kann man sich dann später auch mal ins Getümmel stürzen und in belebteren Situationen fotografieren.

Belebte Umgebung Portrait
Portrait in belebter Umgebung

Welche Tageszeit eignet sich am besten für ein Portrait?

Das Licht ist morgens sanft und es lässt sich bis zehn oder halb elf meistens gut damit arbeiten. Danach wird das Licht härter und auch die Schatten werden kräftiger. Am Nachmittag dreht sich das Licht dann wieder in wärmere Nuancen und vielleicht so ab 15.00 Uhr oder 16.00 Uhr herrscht dann wieder gutes Fotolicht. Wenn es nicht anders geht und das Model hat nur mittags Zeit, dann suche dir einen Schattenplatz oder einen Platz unter einem Baum.

85mm Brennweite Portrait
85mm Brennweite

Weisheit von deinem Calumet-Berater: „Von elf bis drei hat der Fotograf frei!“

Welche Brennweite für Portraits nutzen?

Als klassische Portrait-Optik wird oft die 85m- Brennweite genannt. Dass es aber auch anders geht kannst du an den vielen Bildbeispielen in unserem Video betrachten. Dort zeigen wir direkte Vergleiche zwischen 85mm und 200mm sowie Portraitbeispiele von 16 mm bis 800 mm Brennweite.

Bitte nicht vergessen: Portrait kann alles sein, nur Gesicht oder Oberkörper oder ganzer Körper! In unserem Video wird deutlich, dass man sich in der Brennweite nicht nur auf den 85mm-Klassiker beschränken sollte.

Welche Blende ist geeignet?

Eine „Fotografen-Weisheit“ sagt: Für Mensch und Tier, nimm Blende 4! Und tatsächlich fotografiert man recht gut mit diesem Merkspruch. Mit einer Blende 4 kann man auf der ziemlich sicheren Seite sein, was die Schärfe für Gesicht und Körper angeht. Wer mehr Unschärfe im Hintergrund haben möchte – also das oft zitierte Bokeh – der sollte die Blende weiter öffnen. Je weiter ihr die Blende öffnet, desto stärker wird die Unschärfe im Hintergrund.

Wenn in einem Portrait der Hintergrund entscheidend ist, dann schließe die Blende auf etwa 8 bis 11.

Welche Belichtungsmethode wählen?

Die vermutlich einfachste Variante ist die Verwendung der sogenannten Blenden-Priorität, für die es eine Automatik gibt. In diesem Automatik-Modus „A“ oder „Av“ (für aperture bzw. aperture value) stellst du die gewünschte Blende ein und die Kamera wählt die passende Verschlusszeit dazu – die Blende hat dann Priorität. Die Lichtempfindlichkeit, den ISO-Wert, legst du dann ebenfalls zuvor fest oder du lässt die Kamera in der ISO-Automatik selbst entscheiden. Ist dies getan, kannst du dich voll und ganz auf das Model konzentrieren.

Welche Messmethode für Portraits nehmen?

In den vielen Portrait-Situationen hilft die Matrixmessung oder Mehrfeldmessung. Dabei misst die Kamera die Lichtsituation flächig beziehungsweise in mehreren Bereichen des Bildes und ermittelt daraus die optimale Belichtung. Wer gegen das Licht fotografiert, sollte beim Portrait aber auch unbedingt die Spotmessung ausprobieren. Bei der Spotmessung wird nur in einem kleinen Bereich die Lichtsituation gemessen und das könnte etwa das Gesicht sein. Gerade in Gegenlichtsituationen oder bei zu dunklem Hintergrund kann mit dieser Messmethode noch ein korrekt belichtetes Gesicht aufgenommen werden. Allerdings für den Preis, dass der Rest, also der Hintergrund, dann sicher über- bzw. unterbelichtet sein wird.

Messmethode Matrix
Matrix-Messmethode
Messsmethode Spot
Spot-Messmethode

Der Bildaufbau im Portrait

Drittelregel oder Goldnener Schnitt
Drittelregel

Generell tut einem Bild die 2/3 Regel gut. Bei dieser 2/3 Regel verlaufen zwei Linien horizontal, die das Bild in drei Teilbereiche unterteilen und zwei weitere Linien verlaufen vertikal, so dass insgesamt 9 Felder entstehen. Platziere das Modell dann im rechten oder im linken Drittel oder maximal auf einer der beiden vertikalen Linien.

Wenn du es nun noch schaffst, die Augen in etwa auf die obere horizontale Linie zu legen, dann sollte es ein ausgewogene Bildkomposition sein. An manchen Kameras lassen sich auch sogenannte Gitternetze auf das Display oder das Sucherbild legen. Schau‘ einmal nach, ob deine Kamera das kann, denn das ist eine wirklich praktische Hilfe.

Die Pose – eine Frage der Haltung

In den meisten Fällen blickt die Person bei einem Portrait in die Kamera. Du solltest jedoch auf jeden Fall auch den Blick aus dem Bild heraus ausprobieren. Ist dein Shooting-Partner sehr aufgeregt, weil sie oder er sich zum ersten Mal fotografieren lässt, dann macht erst die Fotos ohne Blick in die Kamera.

Portraits mit Blick in die Kamera haben ihren Reiz, aber solche, bei denen nicht direkt in das Objektiv geschaut wird ebenso. Oftmals sind diese Fotos sogar spannender oder stimmungsvoller.

Blick und Pose Portrait
Blick in die Kamera oder aus dem Bild hinaus

Wohin mit den Händen bei einem Portrait?

Hände können bei einem Portrait zu einer zarten und sanften Bildstimmung führen. Allerdings können solche Posen auch leicht gestellt wirken. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du deinem Model einen Gegenstand in die Hand gibst, mit dem er oder sie interagieren kann? So gewinnt das Bild an Lebendigkeit und unsichere Models fühlen sich wohler vor der Kamera.

Was tun, wenn die Sonne Schatten ins Gesicht wirft?

Nutze einen Aufheller oder auch Reflektor! Solche Reflektoren gibt es in verschiedenen Farben – etwa in Gold, Silber oder Weiß – und sie reflektieren das Licht. Damit kannst du ein Gesicht von unten oder von der Seite her aufhellen.

Aufheller Portrait

Bonus-Tipp: Schwarz-weiß-Fotografie!

Ein Portraitfoto ist nicht immer leicht und manch ein Model kommt vielleicht nicht so recht im Bild rüber. Dann versuche einfach in schwarz-weiß zu fotografieren. Das klingt vielleicht zunächst platt, aber in schwarz-weiß gelingen auch mit schwierigen Models meistens gute Portraits.

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