Canon Trinity – die RF-Objektive von Canon im Praxis Check

Calumet prüft die Objektiv-Generation ganzheitlich und wir schauen, warum es sich beim Wechsel ins spiegellose System lohnen könnte, von EF auf RF-Objektive umzusteigen.

Auf YouTube hat Calumet bereits die EF-Objektive an EOS-R Kameras getestet und bewiesen, dass sich die bewährten EF-Objektive an einer aktuellen Canon R6 einwandfrei präsentieren. Warum RF-Objektive trotzdem interessant sein können, wollen wir dir im heutigen Artikel zeigen.

RF vs. EF: Wo liegen die Vorteile?

RF 15-35mm 2.8 L, RF 24-70mm 2.8 L und RF 70-200mm 2.8 L – dies sind die Objektive um die es gehen soll. Sie bilden die sogenannte „Trinity“, die Objektive mit 2,8er-Lichtstärke beschreibt. Diese Objektive können praktisch jede Aufnahmesituation – vom Ultra-Weitwinkel bis zum Tele-Zoom – innerhalb eines Systems abdecken. Damit beleuchten wir sozusagen den meistbenutzten Brennweitenbereich innerhalb der Objektiv-Gattung Zoom.

Canon RF vs EF

Unsere 6 Gründe, sich die RF-Objektive einmal genauer anzusehen

  1. 1. Besonderer Steuerring für blitzschnelle Einstellungen
  2. 2. Koordinierte Bildstabilisator für scharfe Aufnahmen aus der freien Hand
  3. 3. Großer Bildkreis für Qualität bis in die Bildecken
  4. 4. Schnelle Datenkommunikation bei den RF-Objektiven
  5. 5. Blitzschneller Autofokus dank zwei Nano-USMs
  6. 6. Die kompakten Abmessungen

1. Besonderer Steuerring für blitzschnelle Einstellungen

Canon Trinity Steurring

Alle RF-Objektive besitzen einen besonderen Steuerring für zusätzliche Funktionen, wie etwa Zeit, Blende, ISO und Belichtungskorrektur. Diesen Steuerring und die weiteren Wahlräder kannst du konfigurieren und an deine individuellen Bedürfnisse anpassen.

Dazu gehst du über das Menü in den Unterpunkt „Wahlräder anpassen“. Hier erscheinen dann die Möglichkeiten für das Hauptwahlrad, Schnellwahlrad 1 und 2 und für den Steuerring. Auf diesen sollte man sich jene Funktion legen, die man am häufigsten benutzt. Denn so kannst du den Finger auf dem Auslöser ruhen lassen und dennoch schnellstens eine Einstellung vornehmen.

Wählrad einstellen

2. Koordinierter Bildstabilisator für scharfe Aufnahmen aus der freien Hand

Der koordinierte Bildstabilisator oder IS genannt. Die drei Zoom-Objektive verfügen alle über einen internen 5-Achsen-Bildstabilisator. Das EF 70-200 hat zwar auch einen IS, das aktuelle EF 24-70 und das EF 16-35 aber nicht.

Der optische Bildstabilisator des RF-Objektivs und der sensorbasierte IS der Kamera arbeiten bei den RF-Objektiven Hand in Hand: Sie kommunizieren miteinander und koordinieren ihre Leistungen so, dass am Ende ein optimales Bildergebnis erzeugt wird. So werden horizontale und vertikale Verschiebungen, Rollen, Gieren und Kippen korrigiert.

Ob Objektiv oder Kamera stärker arbeiten ist abhängig von der Brennweite. Man kann aber sagen, dass bei einem Ultraweitwinkel die Kamera stärker arbeitet und bei einem Tele-Zoom eher das Objektiv. So sind Aufnahmen aus der freien Hand mit sehr langen Belichtungszeiten möglich.

Canon Trinity Belichtungszeiten
Canon Trinity optischer Bildstabilisator

Hinweis von deinem Calumet-Berater: „Mit dem Zusammenspiel aus Objektiv und Kamera erreichst du scharfe Aufnahmen aus der Hand mit bis zu 8 Belichtungsstufen – das sind mehr als ein EF-Objektiv mit einer EOS-R Kamera schaffen kann. Dieser koordinierte Bildstabilisator arbeitet übrigens im Bild wie auch im Film.“

3. Großer Bildkreis für Qualität bis in die Bildecken

Canon RF scharfe Randbereiche

Die RF-Objektive verfügen über einen besonders großen Bildkreis, welcher größer als der Sensor ist. Da der Sensor beweglich ist und Kamera-Wackler ausgleichen soll, ist es umso besser, je mehr Platz er dafür hat. Außerdem bieten Objektive mit einem extra großen Bildkreis auch eine bessere Bildqualität in den Bildecken.

4. Schnelle Datenkommunikation bei den RF-Objektiven

Die RF-Objektive bieten eine schnellere Datenkommunikation, denn sie haben schlicht und einfach mehr Kontakte an der Schnittstelle zur Kamera. Diese sind die Grundlage für eine bessere Leistung bei Autofokus, Bildstabilisierung und DLO – der digitalen Objektivoptimierung.

Canon RF Objektive Sensor

5. Blitzschneller Autofokus dank zwei Nano-USMs

Die RF-Familienmitglieder verfügen über einen schnelleren Autofokus. Dahinter stecken zwei Nano-USMs, also zwei Motoren, die zwei unabhängig voneinander agierende Linsengruppen antreiben. An unserem Beispielbild lässt sich gut erkennen, wie präzise der Fokus bei einem bewegten Objekt gesetzt wurde und wie scharf das Resultat ist.

Canon RF Autofocus

6. Die kompakten Abmessungen

War das EF 70-200 2.8 L Objektiv noch gut 20 cm lang und wog knapp 1,5 kg, so ist das neue RF 70-200 ebenfalls mit Lichtstärke von 2.8 ganze 5 Zentimeter kürzer und wiegt nur noch ein Kilo, also gut 500 Gramm weniger als das EF. Diese Kompaktheit kann in vielen Aufnahmesituationen überzeugen!

Fazit: Lohnt sich die Anschaffung der RF-Objektive? Und wenn ja, für wen?

Die oben genannten Vorteile sind für viele Aufnahmesituationen relevant. Gerade wenn es um Geschwindigkeit geht, z.B. bei der Sportfotografie oder auch bei schnellen Tieren im Bereich Wildlife oder, wenn es um kompromisslose Schärfe in Extremsituationen geht, z.B. bei der Reportage- und Freihand-Fotografie mit langen Belichtungszeiten wird sich die RF-Technologie für jeden Hobby- und Profi-Fotografen auszahlen.

Dein Calumet-Berater meint: „Die RF-Objektive sind die nächste Stufe zur Perfektion. Klar, das Bild macht immer noch der Fotograf, aber der kann sich durch eine perfekte Technik durchaus ein bisschen helfen lassen!“

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