Lohnt sich der Umstieg auf Canons neues EOS R-System?

Canon R System Umstellung

Welche Vorteile bringt eine spiegellose Canon EOS R Systemkamera?

Inhalt

Canon EOS R5
Fotocredit: Canon

Das Canon EOS R System bildet in vielen Punkten den neuen Qualitätsstandard im Kleinbildformat. Canons Dual Pixel CMOS AF Sensoren bieten eine perfekte Balance aus scharfen Details, satten Farben und einer sehr hohen zuverlässigen Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Wir haben für Dich die Vorteile des EOS R Systems und den Nutzen der RF-Objektive zusammengestellt.

IBIS, die integrierte Bildstabilisierung

Erstmals führte Canon den In-Body Image Stabilizer (In-Body IS oder IBIS) in den Kameras EOS R5 und EOS R6 ein. Mit dieser 5-Achsen-Stabilisierung wurden ganz neue Möglichkeiten erschlossen. So sind etwa Freihandaufnahmen mit Belichtungszeiten im Sekundenbereich möglich geworden.

Dabei unterstützt der große Durchmesser des neuen RF Objektivanschlusses den hohen Wirkungsgrad der kamerainterne 5-Achsen-Stabilisierung. Das Tolle daran: Der In-Body IS der Kameras arbeitet auch bei den bewährten EF-Objektiven beziehungsweise auch bei Fremdobjektiven. Wie genau das funktioniert kannst du am Ende des Artikels lesen.

Sekundenbereich

Ergebnisse schon vor der Belichtung sehen

Die spiegellosen EOS R-Kameras zeigen im elektronischen Sucher sowie auf dem Display bereits vor der Aufnahme das spätere Ergebnis. Damit lassen sich schon vor der eigentlichen Aufnahme sämtliche Parameter wie Belichtung, Blende und ISO prüfen, einstellen und korrigieren. Auch der Schärfentiefebereich kann so schnell und einfach betrachtet werden. Das fertige Bild lässt sich dann auch im Sucher betrachten. Das hat vor allem Vorteile bei starkem Sonnenlicht, da man eventuell auf dem Display durch Lichtreflexe weniger gut die Bilder anschauen kann.

Display EOS R Kamera
Fotocredit: Canon

Scharfstellen mit Fokus Lupe und Fokus Peaking

Durch die Verwendung eines elektronischen Suchers lassen sich auch Hilfsmittel beim manuellen Scharfstellen nutzen. Mit der Fokus-Lupe etwa kann das Bild im Sucher oder auf dem Display vergrößert werden. Damit wird ein manuelles Scharfstellen besonders auch für Brillenträger extrem einfach. Und auch die Funktion Fokus Peaking lässt sich dann im elektronischen Sucher anwenden. Mit dem Fokus Peaking werden beim manuellen Fokussieren die scharfen Bereiche farbig hervorgehoben und können so sehr leicht fokussiert werden.

Augen-, Gesichts- und Fahrzeugerkennung

Erst durch das Weglassen des Kameraspiegels wurde es möglich, das Bild auf dem Sensor direkt auszulesen und so auch Anwendungsbereiche wie etwa die Augen-, Gesichts- oder Fahrzeugerkennung anzuwenden. Der in den EOS R Kameras verbaute DIGIC X Prozessor nutzt das KI-Verfahren Deep Learning, mit dessen Unterstützung menschliche Gesichter und Augen erkannt und nachgeführt werden. So werden selbst Köpfe von Personen registriert, die eine Maske und einen Helm tragen. Das System funktioniert sogar bei Katzen und Hunden und zu einem gewissen Grad auch bei Vögeln.

Augenerkennung
Fotocredit: Canon

Schwarz-Weiß-Fotografie und Formate

Selbst die Schwarz-Weiß-Fotografie wird mit der Verwendung eines elektronischen Suchers erleichtert. Ist erst einmal der SW-Modus eingestellt, zeigt sich im Sucher bereits das spätere Schwarz-Weiß-Bild. Damit wird es sehr bequem Motive zu beurteilen und anzufertigen. Und wer gerne quadratisch fotografiert, der stellt seine Kamera auf das quadratische 1:1-Format ein (oder ein anderes beliebtes Format) und kann das Bild von vornherein richtig gestalten.

Kompakt, leicht und geräuschlos

Durch den Verzicht der Canon EOS R-Modelle auf das Spiegelsystem im Inneren der Kamera ergeben sich neue bauliche, technische wie optische Möglichkeiten und dies bringt vielerlei Gewinn mit sich: Ein sofort sichtbarer und spürbarer Nutzen sind die kompakteren und leichteren Kameragehäuse. Ebenso können die spiegellosen Kameras allesamt geräuschlos agieren und auch die Vibrationen durch das Hochklappen des Spiegels (wichtig bei Langzeitbelichtungen und im Makrobereich) entfallen damit. Gerade auch im Bereich Wildlife und Hochzeiten oder in der Streetfotografie, in der man unbemerkt fotografieren möchte, sind die geräuschlosen Systemkameras im absoluten Vorteil.

Der Verzicht auf den Spiegel schafft Platz für ein optimiertes RF-Objektivdesign

Bislang musste bei der Objektivkonstruktion um das Spiegelsystem herumgearbeitet werden. Der Spiegel benötigte Platz zum Hochklappen und das Objektiv musste sich danach richten. Ohne Spiegel kann nun auf manches Glaselement im Objektiv verzichtet werden und die Glaskonstruktionen können um einiges einfacher ausfallen. Anders gesagt: die Konstrukteure können sich nun stärker auf die Bildqualität konzentrieren und lichtstärkere, hellere und hochwertigere RF-Objektive berechnen, was sich dann am Ende wieder auf die Bildergebnisse auszahlt.

Bietet das EOS R-System eine bessere Bildqualität als eine DSLR?

Bildquailität EOS R System
Fotocredit: Canon

DSLM oder DSLR – welche liefert die besseren Bildergebnisse?

Das EOS R-System setzt den neuen Qualitätsstandard im Kleinbildformat. Dies liegt aber nicht ausschließlich an den neu entwickelten und hochauflösenden Sensoren, sondern auch an weiteren Faktoren. Es lässt sich nicht pauschal sagen, dass eine DSLM automatisch bessere Bilder liefert, als eine DSLR. Durch das Weglassen des Spiegels aber, werden neue Technologien ermöglicht und dies kann am Ende dann eben schneller zu besseren Ergebnissen führen. Allem voran steht da das direkte Auslesen des Sensors und damit verbunden die bereits im vorangegangenen Kapitel beschriebenen Optimierungsmöglichkeiten. Bereits die Tatsache, dass auf diesem Wege die Augen-, Tier- und Fahrzeugerkennung und -verfolgung zum Einsatz kommen kann, bringt Vorteile. Objekte sind schnell und präzise fokussiert beziehungsweise werden fokussiert verfolgt. Die Kombination aus neu entwickelten Sensoren und der Möglichkeit der direkten Sensorauslesung führt dann zum gewünschten Bilderfolg.

Tiererkennung
Schnelle Tiererkennung

5 Gründe, die neuen RF-Objektive zu nutzen

1. Der Steuerring

Steuerring

Abgesehen von der verbesserten Abbildungsleistung und den brillianten Bildergebnissen gibt es noch weitere generelle Vorteile. So besitzen alle RF-Objektive einen besonderen und individuell belegbaren Steuerring für zusätzliche Funktionen, wie etwa Zeit, Blende, ISO und Belichtungskorrektur. Über diesen Steuerring verfügt man über die direkte Kontrolle auf die individuell bestimmten Funktion (Zeit, Blende, ISO und Belichtungskorrektur). Auf den Steuerring sollte man sich jene Funktion legen, die am häufigsten benutzt wird, wenn es um schnelles Reagieren geht.

2. Der koordinierte Bildstabilisator

Durch den koordinierten IS kommunizieren Objektiv und Kamera miteinander und holen so das Maximum an Bildstabilisierung heraus. Die beiden stimmen sich ab, wer was wie stark stabilisiert, um ein optimales Bildergebnis zu erzeugen. So werden horizontale und vertikale Verschiebungen, Rollen, Gieren und Kippen korrigiert.

3. Der große Bildkreis

Die RF-Objektive verfügen über einen besonders großen Bildkreis. Der Bildkreis ist größer als der Sensor und so hat der Sensor mehr Platz sich selbst zu bewegen und damit starke Kamerawackler auszugleichen. Darüber hinaus bieten Objektive mit einem extra großen Bildkreis auch eine bessere Bildqualität in den Bildecken.

Großer Bildkreis

Einige werden dies vielleicht vom Fotografieren mit einem APS-C-Sensor kennen. Nutzt man an dem kleineren APS-C-Sensor ein Kleinbildformat-fähiges Objektiv, gibt es kaum Schwierigkeiten im Randbereich, da der kniffelige Rand des Objektivs dann recht weit von den Sensor-Außenkanten entfernt ist.

4. Optimierte Datenübertragung

Die RF-Objektive bieten eine schnellere Datenkommunikation. Sie verfügen über eine große Anzahl an elektronischen Kontakten und das ist die Grundlage für eine bessere Leistung bei Autofokus, Bildstabilisierung und DLO, der digitalen Objektivoptimierung

5. Zwei Nano-USMs

Die RF-Familienmitglieder verfügen über einen schnelleren Autofokus, und zwar schneller, als er je in einem EF-Objektiv sein könnte. Dahinter stecken zwei Nano-USMs, also zwei Motoren, die zwei unabhängig voneinander agierende Linsengruppen antreiben.

Canons EF-Objektive – immer noch gut?

Canon EF Objektive

Wie funktionieren die EF-Objektive an den neuen EOS R-Kameras?

Es spricht absolut nichts dagegen, weiterhin die bewährten EF-Objektive einzusetzen – gleich ob bereits vorhanden oder neu dazu gekauft. Benutzer von EF-Objektiven werden von einer verbesserten IS-Leistung der neuen EOS-Kameras (R3, R5, R6) profitieren, da die kamerainterne Bildstabilisierung auch mit dem optischen IS dieser EF-Objektive zusammenarbeitet und so horizontale bzw. vertikale Verschiebungen und Bewegungen kompensiert. Selbst EF Objektive ohne optischen IS profitieren von der 5-Achsen-Stabilisierung der EOS-Kameras und dies selbst im Videomodus. Im Bereich Video arbeiten die EF-Objektive schnell und präzise, so dass auch die EF-Objektive weiterhin für diese Aufgaben genutzt werden können. Die Augenerkennung bzw. Gesichtserkennung ist ebenfalls vollständig nutzbar.
Daher lohnt es sich auch generell bei einer Neuanschaffung einmal auf Canons aktuelles EF-Objektiv-Programm zu schauen.

Lassen sich auch EF-S-Objektive an den EOS R Kameras nutzen?

Die EF-S-Objektive wurden von Canon speziell für die Spiegelreflex-Kameras mit APS-C-Sensor gebaut und die passten auch nur dort dran und nicht an eine Vollformatkamera. Der neue EF-EOS R-Bajonettadapter ermöglicht nun auch den Anschluss von EF-S-Objektiven an einer Canon EOS R-Vollformatkamera. Dann allerdings wird nicht mehr der volle Sensor genutzt, sondern das Bild um den Faktor 1,6 beschnitten (Crop-Faktor).

Bessere Bildergebnisse durch interne Bildstabilisierung

Canons Dual Pixel CMOS AF Sensor bietet durch den großen Bildkreis die Möglichkeit einer optimalen 5-Achsen-Stabilisierung, gepaart mit einer perfekten Balance aus scharfen Details, satten Farben und einer sehr hohen zuverlässigen Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Da fast jedes Pixel im Sensor (100 % vertikal und 88 % horizontal) sowohl für die Bildgebung als auch für den Autofokus verwendet wird, generiert der Sensor eine herausragende Schärfe über das gesamte Bild hinweg. Warum der neuentwickelte und vergrößerte Bildkreis eine so entscheidende Rolle spielt, erfahrt ihr im nächsten Kapitel.

Was bringt die integrierte Bildstabilisierung in den Kameras EOS R5 und EOS R6?

In-Body Image Stabilizer – der Schlüssel für gute Fotos

Der IBIS oder auch In-Body Image Stabilizer ist eine technische Spezifikation, die den spiegellosen Kameras (DSLM) vorenthalten ist und damit viele Neuerungen und Vorteile mit sich bringt. Ein solcher 5-Achsen-Bildstabilisator ermöglicht die Fotografie in Bereichen, die zuvor nahezu unmöglich waren. Besonders hinsichtlich der Belichtungszeiten, die im optimalen Fall bis zu 7-fach länger ausfallen darf, als gegenüber ohne IBIS. In der Praxis sieht dies so aus:

RF vs.-EF Objektive Canon

RF Objektive:

  • Ohne Optical Image Stabilizer (Objektiv): Der In-Body Image Stabilizer stabilisiert alle fünf Achsen.
  • Mit Optical Image Stabilizer (Objektiv): Der In-Body IS unterstützt zwei Achsen bei großen Aufnahmeentfernungen (Schwenken/Neigen) und erweitert die Stabilisierung auf alle fünf Achsen.

EF und EF-S Objektive:

  • Ohne Optical Image Stabilizer (Objektiv): Der In-Body IS stabilisiert alle fünf Achsen.
  • Mit Optical Image Stabilizer (Objektiv): Der IS stabilisiert wie bisher, der In-Body IS erweitert die Stabilisierung auf alle fünf Achsen.

Objektive von Drittanbietern:

  • Der kamerainterne In-Body IS der EOS R5 und R6 stabilisiert alle fünf Achsen. Die Brennweite des Objektivs wird dazu im Kameramenü manuell eingegeben.

Hinweis: Die spiegellosen Kameras Canon EOS R und EOS RP verfügen nicht über einen In-Body Image Stabilizer.

Wie funktioniert der koordinierte Bildstabilisator?

Wie beschrieben setzt sich die optimale Bildstabilisierung aus der Objektiv- und der Kamera-Stabilisierung zusammen. Dabei koordinieren sich Objektiv und Kamera. Heißt: RF Objektive und die EOS R Kamera (R3, R5, R6) kommunizieren miteinander und stimmen sich in der Stabilisierung ab – sie arbeiten koordiniert und verbessern so die Leistung des RF Objektivs um zusätzliche Stabilisierungsstufen.

Beispiel: Das RF 15-35mm F2.8 L IS USM gleicht mit dem Objektiv-IS 5 Stufen, der In-Body IS fügt (nach CIPA Messungen) zwei weitere Stufen hinzu, so das dieses Objektiv auf eine Stabilisierung von insgesamt 7 Stufen kommt.

Wie genau die beiden Stabilisierunsgsysteme (Objektiv und Kamera) zusammenarbeiten, ist auch abhängig von der Brennweite: Lange Brennweiten werden vom Objektiv-IS besser stabilisiert, mittlere und Weitwinkelbrennweiten werden vom In-Body IS effektiver unterstützt.

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