Fließende Gewässer fotografieren mit ND-Filter

Wie funktioniert ein ND-Filter und wie fotografiert man fließende Gewässer? Mit einem Neutraldichtefilter (ND-Filter) könnt ihr die Verschlusszeit verlängern und so aus einem Wasserspiel, Fluss oder dem Meer einen sanften Wasserteppich machen.

Was ist ein ND-Filter?

Ein Neutraldichtefilter (ND-Filter) ist ein Filter, das die Lichtmenge, die in den Sensor gelangt, reduziert. Damit ist es möglich, in einer sehr hellen Szene das einfallende Licht zu reduzieren oder die Verschlusszeit für einen gewünschten Effekt zu beeinflussen.

Welche Arten von ND-Filtern gibt es?

ND-Filter gibt es in verschiedenen Formen. Rund, als Aufschraubfilter für das Objektiv oder eckig für die Verwendung in einem Filterhalter, der vor dem Objektiv sitzt. Neutraldichtefilter sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Sie beginnen mit dem Filterfaktor von zwei bis hin zum Faktor 1000 bzw. 1024. Die Tabelle zeigt, wie sich Lichtdurchlässigkeit und Verschlusszeiten bei dem Einsatz des Filters verändern. Wenn ihr etwa ein Filter ND2 vor das Objektiv schraubt, gelangen nur noch 50% des vorhandenen Lichts auf den Sensor. Die Verschlusszeit wird damit verdoppelt. Wird ein ND16 benutzt, kommen nur noch 1/16 der eigentlichen Lichtmenge bei dem Sensor an und die Verschlusszeit verlängert sich bei gleichbleibender Blendenöffnung um den Faktor 16.

ND Filter Tabelle
ND-Filter Tabelle

Einsatz und Wirkung des ND-Filters

An einem Wasserlauf haben wir die Wirkung eines ND-Filters ausprobiert. Mit Hilfe des ND-Filters ist es möglich, das rauschende Wasser eine sanfte Struktur zu verleihen. Dieser Effekt lässt sich auch bestens auf die Wellen im Meer oder auf einem See übertragen. Die Wellen gleichen dann einer nebeligen Masse und verleihen den Fotos teilweise eine mystische Wirkung. Da mit langen Belichtungszeiten gearbeitet wird, ist bei diesen Fotografien die Verwendung eines Stativs zwingend notwendig.

Wasserfall fotografiert ohne ND Filter
Kein ND-Filter, Blende 2.8, Belichtungszeit 1/800 s

Wasserfall fotografiert mit ND4, Blende 16, Belichtungszeit 0,6 s
ND4, Blende 16, Belichtungszeit 0,6 s

Wasserfall fotografiert mit ND400, Blende 22, Belichtungszeit 20 s
ND400, Blende 22, Belichtungszeit 20 s

Wasserfall fotografiert mit ND400, Blende 22, Belichtungszeit 45 s
ND400, Blende 22, Belichtungszeit 45 s

Blendenvorwahl und Bulb-Modus bei der Verwendung eines ND-Filters

Ist an der Kamera eine Blende vorgewählt, passt die Automatik die Verschlusszeit eigenständig an, um die Lichtreduktion des verwendeten Filters anzugleichen. Die Verschlusszeit verlängert sich und Bewegungen werden stark verschwommen aufgenommen. Besonders kreative Bilder sind im manuellen Modus möglich, wenn Blende und Verschlusszeit selbst gesteuert werden. Dies wird möglicherweise im Bulb-Modus geschehen müssen, in dem ihr so lange belichtet, wie ihr den Auslöser gedrückt haltet. Da dies zu Verwacklern führen kann, benutzt ihr einen Fernauslöser.

Autofokus oder manueller Fokus

Werden schwache ND-Filter verwendet, könnt ihr trotzdem den Autofokus nutzen. Filter mit einer stärkeren Verdunkelung verhindern jedoch, dass ihr etwas durch den Sucher seht und auch der Autofokus streikt ab einer gewissen Abdunkelung. Dann solltet ihr zunächst ohne ND-Filter arbeiten und mit dem Autofokus den Fokuspunkt festlegen. Anschließend wird der Autofokus ausgestellt (also auf manuell geschaltet) und danach das ND-Filter wieder aufgeschraubt.

Hier gelangt ihr zu unserem Sortiment an ND-Filtern: https://www.calumetphoto.de/category/nd-filter

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