7 Tipps für gute Food-Fotografie

Food-Fotografie Monika Grabkowska - Milchreis
© Monika Grabkowska

Essen fotografieren – worauf ihr achten solltet

Ob Foodblog, Online-Kochbuch oder Instagram – gute Fotos sind so wichtig, wie das Rezept. Wir haben hier gemeinsam mit Nikon einmal die sieben wichtigsten Tipps für gute Food-Fotografie zusammengestellt und zeigen euch, wie ihr mit wenigen Handgriffen und einem guten Timing Food-Aufnahmen mit „Wow“-Faktor fotografiert.

1. Tipp: Das Foto-Set – es muss nicht immer ein Studio sein

Für coole Food-Bilder braucht ihr keine stylische Küche. Es reicht, wenn ihr einen kleinen Tisch aufstellt und darauf den gewünschten Untergrund für eure Aufnahme legt. Das kann zum Beispiel ein Holzbrett sein, eine Schiefertafel, eine Tischdecke oder eine Fototapete, die es in zahlreichen Farben und mit unterschiedlichen Strukturen zu kaufen gibt.

Fototapeten eignen sich auch sehr gut als Hintergrund. Achtet dabei am besten darauf, dass ihr eine abwaschbare Fototapete wählt. Dann habt ihr länger etwas davon und braucht nicht ständig neue zu kaufen. Fototapeten haben außerdem den Vorteil, dass sie sich sehr platzsparend verstauen lassen.Wenn ihr sie als Hintergrund einsetzen möchtet, könnt ihr die Fototapete zum Beispiel mit einer Klemme an einem dünnen Brett oder an einer Styroporplatte anbringen.

Achtet bei der Auswahl eures Unter- und Hintergrundes darauf, dass dessen Struktur oder Muster dezent genug bleibt, um nicht von eurem leckeren Hauptmotiv abzulenken.

Pfannkuchen mit Blaubeeren - Food-Fotografie von Monika Grabkowska
© Calum Lewis
Food-Fotografie Monika Grabkowska - Smoothie
© Alina Karpenko

2. Tipp: Das passende Licht – available light

Wir empfehlen euch, mit Tageslicht zu arbeiten. Das gelingt am einfachsten, wenn ihr euren Aufnahmetisch an einem Fenster aufstellt. Vormittags und nachmittags ist das Licht angenehm weich. Vermeidet direktes Sonnenlicht, da sonst starke Schatten entstehen. Um Schatten aufzuhellen, könnt ihr zu einem Reflektor oder zu günstigen Styropor-Platten aus dem Baumarkt greifen.

Dazu ein kleiner Tipp: Es gibt Klemmen mit beweglichen Armen. So könnt ihr ein Ende des Klemmarmes am Tisch befestigen, mit dem anderen Ende die Styroporplatte halten und in einem beliebigen Winkel ausrichten. Wenn ihr gerne unabhängig vom Fensterlicht arbeiten möchtet, gibt es alternativ die Möglichkeit, dass ihr euch ein Licht-Set mit Tageslichtlampen einrichtet.

3. Tipp: Die Ausrüstung

Mit Systemkameras, etwa von Nikon, seid ihr für die Food-Fotografie bestens aufgestellt. Dabei spielt es grundsätzlich keine große Rolle, ob ihr mit einer klassischen Spiegelreflexkamera oder einem spiegellosen Nikon-Z-Modell arbeitet. Auch die Sensorgröße ist zweitrangig. Mit einer preiswerten APS-C-Kamera für Einsteiger könnt ihr ebenso schöne Food-Aufnahmen erzielen wie mit einem Profi-Modell mit großem Vollformat-Sensor. Am Ende ist neben der Technik vor allem euer Gespür für eine stimmige Komposition und euer Blick für Details ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis. Bei der Objektivwahl empfehlen wir ein Makro-Objektiv wie das AF-S VR Micro-NIKKOR 105 mm 1:2,8G IF-ED oder das AF-S DX Micro NIKKOR 85 mm 1:3,5G ED VR, um auch aus kurzer Entfernung scharfstellen zu können. Um diese Objektive an die neuen Z-Modell anzuschließen, nutzt bitte den FTZ-Adapter, womit sich alle Nikkor-Optiken an die Z-Kameras ansetzen lassen. Es ist aber ebenso möglich, mit einem Standardzoom oder mit einem 50-mm-Festbrennweiten-Objektiv wie dem NIKKOR Z 50 mm 1:1,8 S zu arbeiten.

Achtet einfach darauf, wie viel Platz euch bei der Aufnahme zur Verfügung steht. Je weniger Platz ihr habt, desto näher müsst ihr voraussichtlich an euer Motiv herangehen. Da sind NIKKOR-Objektive mit kurzer Nahdistanz im Vorteil.  Davon abgesehen empfehlen wir euch, mit einem Stativ zu arbeiten. So könnt ihr eure Nikon-Kamera auf den Aufnahmeplatz ausrichten und alles Weitere in Ruhe aufbauen und arrangieren. Manche Stative sind mit einer um 90 Grad schwenkbaren Mittelsäule ausgestattet. Damit könnt ihr die Kamera zum Beispiel für Aufnahmen aus der Vogelperspektive oberhalb des Motivs platzieren, ohne euch unten mit den Stativbeinen in die Quere zu kommen. Sollte euer Stativ diese Funktion nicht haben, gibt es alternativ zusätzlich erhältliche Auslege-Arme, die sich auf nahezu jedem Stativ anbringen lassen.

Cookies - Food-Fotografie
© Sara Cervera

4. Tipp: Requisiten

Moderne Food-Bilder bestehen nicht nur aus Lebensmitteln oder einer zubereiteten Mahlzeit. Requisiten und ein stimmiges Arrangement sind mindestens genauso wichtig. Bei der Auswahl der Accessoires gibt es viele Möglichkeiten. Ob Schneidebrett, Servietten, Besteck, alte Schüsseln, Teller oder Blumen – hier könnt ihr euch kreativ austoben. Eine gute Anlaufstelle für altes Geschirr sind zum Beispiel Flohmärkte.

Wenn ihr eine zubereitete Mahlzeit fotografieren möchtet, sieht es oft auch gut aus, wenn ihr einzelne Zutaten aus dem Gericht mit im Bild platziert. Das können zum Beispiel Tomaten, Kräuter oder Gewürze sein. Solltet ihr Lebensmittel für das Bild aufschneiden wollen, also beispielsweise eine Tomate nicht im Ganzen, sondern geviertelt oder in Scheiben präsentieren wollen, dann achtet unbedingt darauf, dass ihr scharfe Messer verwendet. Bei stumpfen Messern können störende Druckstellen entstehen.

Food-Fotografie von Monika Grabkowska - Salat
© Monika Grabkowska

5. Tipp: Timing – das A und O

Food-Aufnahmen gehören zwar zur Still-Fotografie, anders als etwa bei einer Vase habt ihr bei Lebensmitteln aber nicht unbegrenzt Zeit, die Aufnahme umzusetzen. Lässt man Essen zu lange stehen, wirkt es schnell glanzlos und unappetitlich. Möchtet ihr zum Beispiel abgezupfte Basilikumblätter als Detail auf oder neben euer Gericht legen, wird es nicht lange dauern, bis die Blätter in sich zusammenfallen. Ein gutes Timing ist in der Food-Fotografie daher ganz wichtig. 

Unser Tipp: Bevor ihr euch um das eigentliche Gericht kümmert, sollte der komplette Aufbau stehen. Untergründe, Hintergründe, Requisiten – alles sollte bereits am richtigen Platz stehen. Auch das Licht solltet ihr vorher beurteilen. Wird das Gericht zum Beispiel später in einer Schüssel angerichtet, könnt ihr die Schüssel vorab schon einmal leer ins Bild stellen, um zu sehen, wie der Schatten fällt. Erst wenn alles vorbereitet ist, kommen die Lebensmittel ins Spiel. Möchtet ihr Gemüse besonders frisch erscheinen lassen, könnt ihr mit einer Sprühflasche ein paar feine Wassertropfen darauf platzieren. Das kann beispielsweise bei Tomaten gut aussehen.

6. Tipp: Perspektive und Bildaufbau

In den sozialen Netzwerken sind Food-Aufnahmen aus der Vogelperspektive im Trend. Dabei handelt es sich um sogenannte zweidimensionale Flatlays. In solchen Fällen genügt beim Aufbau lediglich ein Untergrund. Einen zusätzlichen Hintergrund benötigt ihr, wenn ihr euch mit der Kamera seitlich aufstellt. Dabei ist ein 45-Grad-Winkel zum Tisch eine gute Wahl. Dadurch erhält die Aufnahme eine räumliche Tiefe und ihr seid vom Aufnahmestandpunkt hoch genug, um das Gericht von oben noch gut sehen zu können. Das ist vor allem dann wichtig, wenn ihr Gerichte auf einem Teller oder in einer Schüssel fotografieren möchtet.

Food-Fotografie Monika Grabkowska - Müsli
© Monika Grabkowska

Ein tieferer Aufnahmewinkel macht dagegen Sinn, wenn es hauptsächlich um die Vorderseite eines Gerichtes geht. Das kann zum Beispiel ein aufgeschnittenes Sandwich sein. Beim Bildaufbau ist erst einmal alles erlaubt. Lasst das Stativ zu Beginn am besten erstmal noch weg und fotografiert einige Testaufnahmen aus der Hand, um die für euch optimale Perspektive und den idealen Bildaufbau zu finden. Ihr könnt die Gerichte sowohl mittig platzieren als auch weiter seitlich im Bild, wenn ihr euch etwa an die Drittel-Regel beim Goldenen Schnitt halten möchtet. Versucht euch davon aber nicht zu sehr einschränken zu lassen. Erlaubt ist, was euch gefällt.

7. Tipp: Kamera-Einstellungen

Die optimalen Kamera-Einstellungen hängen damit zusammen, wie ihr euer Gericht präsentieren möchtet. Habt ihr euch für die Vogelperspektive entschieden, dann ist es sinnvoll, die Blende für eine große Schärfentiefe etwas weiter auf f/5,6 oder f/8 zu schließen. Fotografiert ihr dagegen aus einer seitlichen Position, könnt ihr euch überlegen, ob ihr die Blende weiter öffnet, um sowohl den Vorder- als auch den Hintergrund in einer Unschärfe auszublenden oder ob ihr euch eine größere Schärfentiefe wünscht, weil ihr den Vordergrund ebenfalls scharf abbilden möchtet.

Wenn ihr vom Stativ arbeitet, könnt ihr eine niedrige ISO-Empfindlichkeit wählen. Das führt zwar meist zu einer längeren Belichtungszeit, dank des Stativs bleibt die Aufnahme aber scharf. Möchtet ihr dagegen den heißen Dampf über einer frisch gekochten Mahlzeit festhalten, empfiehlt sich eher eine kurze Belichtungszeit. In dem Fall wählt ihr besser eine höhere ISO-Empfindlichkeit. Wie bei Still-Life-Aufnahmen üblich, raten wir euch auch bei Food-Aufnahmen zu einer manuellen Fokussierung. Den Schärfepunkt stellt ihr idealerweise ein, bevor die Mahlzeit angerichtet wird. So habt ihr die volle Kontrolle, dass der Fokus auch genau dort liegt, wo er liegen soll.

Alle Food-Fotografie Tipps im Überblick:

  • Für den Aufnahme-Aufbau genügen ein Tisch, sowie ein zum Gericht passender Unter- und Hintergrund.
  • Als Unter- und Hintergründe eignen sich unter anderem Bretter, Decken und Fototapeten.
  • Fensterlicht führt zu einer sehr natürlichen Ausleuchtung. Schatten lassen sich mithilfe von Reflektoren oder Styroporplatten aufhellen.
  • Gute Food-Aufnahmen erreicht ihr mit allen Nikon-Systemkameras. Bei der Objektivwahl empfehlen wir NIKKOR-Makro-Objektive. Aber auch Standardzooms und Festbrennweiten führen zu guten Ergebnissen. 
  • Organisiert euch schöne Requisiten. Flohmärkte sind hier ein guter Anlaufpunkt. Schüsseln, Teller, Besteck, aber auch Blumen, Gewürze und einzelne Zutaten verleihen der Aufnahme ein tolles Ambiente. 
  • Achtet auf ein gutes Timing. Bereitet den Aufbau, die Ausleuchtung und das Arrangement bestmöglich vor, bevor ihr das eigentliche Gericht auftischt. Lebensmittel wirken bereits nach kurzer Zeit nicht mehr ganz so appetitlich. 
  • Bei der Perspektive und beim Bildaufbau gibt es keine strengen Vorgaben. Ob Vogelperspektive oder ein seitlicher Blickwinkel – alles ist erlaubt. 
  • Fotografiert ihr aus der Vogelperspektive, macht es Sinn, die Blende zu schließen. Bei Aufnahmen von der Seite erhalten Aufnahmen dagegen mehr Tiefe. Hier lässt sich das Motiv durch eine offene Blende gut vom Hintergrund abheben.
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