Fujifilm GFX 100s mit 102 MP-Sensor im Praxis-Check

Mit mehr als 100 Megapixeln auf dem Bildsensor der Fujifilm GFX 100s spielt sie in der Liga der großformatigen Fotografie. In unserem Praxis Check schauen wir, was die was die neue Mittelformat-Kamera so draufhat!

Inhalt

  1. 1. Das Verhältnis verschiedener Sensor-Formate
  2. 2. Wofür ist Mittelformat geeignet?
  3. 3. Das Innenleben der GFX 100s
  4. 4. Die Fuji GFX 100s als Videokamera
  5. 5. Fazit: Für wen ist Fuji GFX 100s richtig?

Die GFX ist eine Mittelformat-Kamera. Doch was bedeutet das konkret? 102 Megapixel sitzen auf dem rückwärtig belichteten Bildsensor. Die Fuji GFX 100s besitzt einen Mittelformat-Bildsensor mit einer Diagonalen von 55 Millimetern. Damit ist die Fläche 1,7-mal grösser, als die eines Kleinbildformat-Sensors oder wie wir sonst auch sagen: Vollformatsensor.

Das Verhältnis verschiedener Sensor-Formate

Sensorformate Darstellung

Auf dieser Darstellung kann man die verschiedenen Sensorformate gut vergleichen. MFT-Sensor ist blau, APS-C gelb, Kleinbildformat rot und das Mittelformat, um das es bei der GXF geht, grün. Damit wird sehr deutlich, um welche Dimension es hier geht.

Wofür ist Mittelformat geeignet?

Ein größerer Sensor hat mehr Platz für mehr Bildpixel und damit einher geht auch die Möglichkeit, größere Fotodrucke zu erstellen. Aber eben auch Bildausschnitte aus einem Foto zu generieren, die weiterhin eine Große Auflösung haben.

Auch für Profi-Fotografen ist es sinnvoll, wenn Kunden im Nachhinein doch lieber einen Bildausschnitt eines Bildes verwenden möchte. Mit einer Mittelformatkamera kann man auf ein Bild mit hohem Pixel-Potential zurückgreifen. So ist eine gute Bildqualität auch bei Bildausschnitten möglich.

Fuji GFX 100s Mittelformat

Die Schärfe ist gerade bei größeren Drucken bei diesem Mittelformat-Bildsensor deutlich sichtbarer. Das Druckergebnis wird bei dieser Sensor-Auflösung erheblich höher ausfallen, als es bei einem Kleinbildformat sein kann. Damit sind die Bilder dann auch noch klarer und feiner und noch kompromissloser. Das aber macht sich nicht nur in Vergrößerungen bemerkbar, sondern auch bei kleineren Ausdrucken, da hier ja die ebengenannte hohe Pixeldichte bestehen bleibt und so für klirrend klare Bilder sorgt.

Mittelformat Bildausschnitt

Der letzte Pluspunkt des Mittelformats ist die geringe Tiefenschärfe. Diese ist nämlich deutlich anders ausgeprägt und die Trennung von Schärfe und Unschärfe ist erhöht. Hier bietet die Kamera viel Raum für kreative Spiele mit der Tiefenschärfe. Schau dir für konkrete Beispiele unser Video dazu an!

Das Innenleben der GFX 100s

Die Kamera verfügt über eine der modernsten automatischen Fokussierungen und soll selbst bei geringer Helligkeit von -5,5 EV bis zu 0,18 Sekunden schnell auf das Motiv scharfstellen. Die GFX 100s ist mit einer Augenerkennung ausgestattet, die sich per Menü generell auf Augen oder auch jeweils auf das linke oder rechte Auge einstellen lässt.

Der X-Prozessor 4 in der Kamera und ein neuer Autofokus-Algorithmus liefern hier einen präzisen Verfolgungs-AF mit intelligenter Gesichts- und Augenerkennung. Damit ist die Kamera nicht nur mehr für hochauflösende statische Aufnahmen geeignet, sondern auch für sich bewegende Motive.
Dass hier wenig bei den Freihand-Fotos verwackelt, dafür sorgt das weiterentwickelte Fünf-Achsen-Bildstabilisierungssystem.

Bei dieser Bildfolge haben wir die ISO-Einstellung fixiert und die Blende immer weiter geschlossen. Dabei haben wir die Kamera die Belichtungszeit selbstwählen lassen:

Fuji GFX 100s Belichtungszeit
Belichtungszeit Fuji GFX 100s

Mit ihrer kompakten Bauweise (15 x 10,4 x 8,7 cm) und dem geringen Gewicht von 900 g (ohne Objektiv) lassen sich mi der GFX 100s auch mit der Freihandfotografie wunderbar Aufnahmen machen. Damit kann man die Kamera wunderbar mitnehmen und sie ist bestens geeignet, um Staub und Nässe im rauen Outdoor-Alltag standzuhalten.

Dazu trägt nicht zuletzt das Magnesiumgehäuse bei und rund um den Bajonettanschluss ist die DFX 100s sogar noch zusätzlich verstärkt, um auch bei der Verwendung von größeren und schwereren Objektiven eine bestmögliche Stabilität zu gewährleisten. Der Handgriff ist ergonomisch geformt und der Daumen hat an der Kamera ein starkes Gegenlager, sodass sie gut ausbalancierte wahrgenommen wird.

Die Bedienelemente der GFX100S werden auch Neueinsteigern gut gefallen und wer bereits eine Fujifilm-Kamera besitzt, wird sich in dem Menü schnell zurechtfinden. Das große Einstellrad auf der Oberseite bietet neben den üblichen Belichtungsmodi (P A S und M) sechs benutzerdefinierte Profile, über die direkt auf häufig genutzte Einstellungen zugegriffen werden kann.

Schwenkbares Display
Kippbares Display

Daneben sitzt der Schalter für Foto- und der Videoaufnahme – entsprechend der Wahl, ob Foto oder Video, erscheint dann auch auf dem rückseitigen Display das entsprechende Menü, wenn man auf den Menü-Knopf geht.

Wie schon von Fujifilm gewohnt ist auch die GFX 100s mit einem Fokushebel/Joystick ausgestattet, mit dem sich durchs Menü navigieren lässt und eben Fokuspunkte ansteuern lassen. Es gibt zwei SD-Karten-Slots und einen HDMI Micro-, USB-C-, Blitz-Synchro-, Kopfhörer- und Mikrofon-Anschluss.

Das Touch-Display weißt eine 8,1 Zentimeter Diagonale vor und besitzt 2,36 Millionen Bildpunkte bei 100% Bildfeldabdeckung.

Das Display ist um 90 Grad nach oben, 45 Grad nach unten und 60 Grad nach rechts klapp- und schwenkbar. Das ist sinnvoll, wenn man z.B. hochkant von unten nach oben fotografieren möchte. Dann lässt sich das Display einfach seitlich ausklappen und man kann bequem belichten, ohne auf dem Boden liegen zu müssen.

Auf der Oberseite des Kameragehäuses befindet sich noch ein 4,5 Zentimeter großes Schulter-Display, das als Informationsanzeige für Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert und Belichtungskorrektur dient. Aber auch andere relevante Parameter, wie etwa die verbleibende Kapazität der Speicherkarte werden dort angezeigt.

90 Grad klappbarer Display

Die Fuji GFX 100s als Videokamera

Die GFX kann Videos in 4K bei 30 fps im 10 Bit 4:2:0 F-Log-Format direkt auf die Speicherkarte oder als 12 Bit 4:2:2 ProRes RAW via HDMI auf einen externen Rekorder produzieren. Aufgezeichnet wird im klassischen Breitbildformat (16:9) oder in DCI-Format (17:9). Die Aufzeichnung erfolgt mit gängigen Kompressionsstandards, wie H.264 und H.265, sowie professionellen Log-Modi, wie Hybrid-Log-Gamma (HLG) und F-Log. Bei F-Log ist das Video-Signal auf den Kamerasensor abgestimmt, sodass in der Postproduktion der maximale Kontrastumfang genutzt werden kann.

Videos können auch mit den, von Fujifilm bereits bekannten, Filmsimulationen versehen werden. Das sind kamerainterne Filter, die den Look des Bildes angelehnt sind an die früheren analogen Filme von Fuji verändern. Natürlich lassen sich diese Filmsimulationen auch auf die Fotos projizieren.

Fazit: Für wen ist Fuji GFX 100s richtig?

Es ist eine Vollblut-Kamera mit mächtiger Sensor-Auflösung für überragende und klare Bildergebnisse, die Profis und Fotoenthusiasten gleichermaßen begeistern wird. Dabei mit vielen komfortablen Features, wie etwa einer modernen und schnellen Augenerkennung, ausgestattet und in einem handlichen und ideal ausbalancierten Body verpackt. Wer eine hohe Bildperformance sucht und bereit für die nächste Stufe – das Mittelformat – ist, wird mit der allwettertauglichen GFX 100s seine Kamera finden!

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