26.06.2022

Sterne fotografieren – Grundlagen für die Sternenfotografie

Alles was du über die Sternenfotografie wissen musst

Bei Calumet beschäftigen wir uns heute mit einer dunklen Seite der Fotografie: der Sternenfotografie! In diesem Tutorial zeigen wir dir alles Notwendige, was du über die Astrofotografie wissen musst.

Sternenfotografie ist faszinierend und begeistert. Sei es eine Sternenformation oder die Milchstraße – die vielen Sonnen, die sich in der Nacht zeigen, sind einfach großartig anzuschauen. Und das Beste: Alles, was du für einen soliden Einstieg in die Sternenfotografie benötigst, befindet sich vermutlich bereits in deiner Fototasche!

Die Ausrüstung

Deine Kamera sollte die Möglichkeit bieten Blende, Belichtungszeit und die ISO manuell einstellen zu können. Ein Objektiv mit einer möglichst hohen Lichtstärke ist bei der Astrofotografie sehr hilfreich. Damit dein Foto bei langen Belichtungszeiten nicht verwackelt, solltest du dich noch mit einem Stativ und einem Fernauslöser ausstatten.

Damit du in der Dunkelheit etwas erkennen kannst und Einstellungen an deiner Kamera vornehmen kannst, eignet sich dein Handylicht oder eine (dimmbare) Taschenlampe. Um den Stand des Mondes und der Sterne einsehen zu können, kannst du dir noch eine geeignete App runterladen.

Checkliste: Was braucht man für Sternenfotografie?

  • Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten
  • Objektiv mit hoher Lichtstärke
  • Stativ
  • Fernauslöser
  • Dimmbare Taschenlampe oder Handylicht
  • App für die Position des Mondes und der Sterne

Ein Tipp von deinem Calumet-Berater: Wenn Du die Location noch nicht kennst, solltest du dort nicht erst in der Dunkelheit auftauchen. Bei Tag kannst Du schon mal schauen, wie das Motiv aussehen könnte, welche Brennweite du benutzen willst und welche Umgebung du mit in das Foto einbindest. Außerdem kannst du mögliche Stolperfallen identifizieren.

Die richtigen Kamera-Einstellungen

Die Voreinstellungen nimmst du am besten schon bei Tag vor. Stell die Kamera in den manuellen Modus und suche deinen Bildausschnitt, beziehungsweise die passende Brennweite. Sollte es später in der Location schon zu dunkel sein, dann mache ein paar Testaufnahmen, um den Bildausschnitt zu finden.

Die Belichtungszeit wird auf Basis der Brennweite berechnet. Sternenfotografen arbeiten gerne mit der Faustformel 300 ÷ Brennweite. Diese gilt dann für Kameras mit Kleinbildformat-Sensor. Wenn du eine APSC-Kamera oder eine Kamera mit MFT-Sensor benutzt, dann gilt 300 ÷ (Cropfaktor der Kamera x Brennweite).

Bei dieser Berechnung wird auch die Erdbewegung mitberücksichtigt. Belichtet man zu lange, ziehen die Sterne einen Schweif nach sich – sie würden also verwischen. Dieser Effekt nennt man "Startrails", also Sternenspuren.

Ein Rechenbeispiel

Fotografiert wird mit einer Brennweite von 24 Millimeter und einem Kleinbildformat-Sensor: 300 ÷ Brennweite 24 Millimeter = 12,5 Sekunden

Als Belichtungszeit würdest du also zunächst 13 Sekunden einstellen.

Ein Hinweis von deinem Calumet-Berater: Manche schwören auch auf eine Formel mit 500 statt 300. Mit dieser Formel verlängert sich die Belichtungszeit. Betrachte solche Formeln aber generell erst einmal nur als Richtwert und probiere vor Ort einfach aus, was in deiner Foto-Situation passend ist.

Die Lichtempfindlichkeit ISO

Die ISO sollte idealerweise einen Wert zwischen 800 und 1600 wählen – wenn an deiner Kamera möglich, kannst du auch niedriger gehen. Je höher die Lichtempfindlichkeit eingestellt ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit des Bildrauschens. Wann das Bildrauschen einsetzt, hängt von der Kamera ab – probiere also vor deinem nächtlichen Shooting einmal aus, wann das Bild bei deiner Kamera zu rauschen beginnt. Dann weißt du, über welchen Wert du nicht hinausgehen solltest.

Geheim-Tipp deines Calumet-Beraters: Wenn möglich, stelle die Helligkeit deines Kameradisplays auf die niedrigste Stufe. Denn selbst diese ist hell genug in der Nacht und blendet dich weniger.

Objektiv und Blende

Du weißt sicher: Bei wenig Licht wird eine große Blende gebraucht, damit viel Licht auf den Sensor gelangen kann. Du kannst aber auch mit einem Standardzoom-Objektiv mit Lichtstärke 4 einen Sternenhimmel fotografieren. Wie weit du deine Blende öffnest, entscheidest du vor Ort. Das Objektiv selbst aber kannst Du schon einmal auf manuellen Fokus stellen und den Fokusring per Hand auf unendlich drehen.

Worauf muss man beim Sterne fotografieren achten?

Damit beim Auslösen nichts verwackelt benutzt du ein Stativ und einen Fernauslöser per Funk oder Kabel. Wenn du keinen hast kannst du auch ganz einfach den kamerainternen Selbstauslöser mit einer Vorlaufzeit von mehr als 2 Sekunden nutzen. Schalte auch den kamerainternen Bildstabilisator aus, wenn deine Kamera so etwas hat. Wenn du mit einer Spiegelreflexkamera arbeitest, empfehlen wir noch die Spiegelvorauslösung zu aktivieren. So ist wirklich keine Bewegung mehr in der Kamera.

Wenn du loslegst, wirst Du eventuell noch nachjustieren müssen. Dafür hast du drei Möglichkeiten: Die Blende öffnen, soweit dies das Objektiv zulässt, die Belichtungszeit verlängern, aber nicht so weit, dass die Sternenpunkte zu Streifen werden und ganz sachte die ISO, also die Lichtempfindlichkeit, erhöhen.

Planung ist das A & O

Eine gute Planung gehört bei der Sternenfotografie aber immer dazu, denn tatsächlich eignen sich nur wenige Tage rund um den Neumond, um Sterne gut fotografieren zu können. Bei Neumond ist der Mond am dunkelsten und damit keine störende Lichtquelle am Nachthimmel.

Störende Lichtquellen sind außerdem nächtliche Beleuchtung, die vor allem in dicht besiedelten Gebieten und Städten die Astrofotografie erschweren. Dieser riesige Lichtkegel, den Städte in Richtung Himmel erzeugen, ist kilometerweit zu sehen und reicht viele hundert Meter nach oben. Hierfür findest du im Netz Seiten und Landkarten, worauf du die hellen Ballungsgebiete, bzw. dunkelsten Gebiete findest.

Auch das Wetter spielt eine Rolle: Gibt es Nachtnebel oder sind Wolken am Himmel, wirst Du nicht bis zu den Sternen durchdringen können. Ein Blick auf die Wetterkarte lohnt sich also. Um die Position des Mondes und der Sterne zur Vorbereitung schon einmal zu kennen, kannst du dir eine entsprechende App herunterladen.

Profi-Tipp: Wenn du nach „Wetter für Astrofotografie“ oder auch „Astrowetter“ suchst, gelangst Du zu einschlägigen Seiten auf denen du sogar sehen kannst, wo sich gerade eine dicke Wolkendecke befindet und wo es einen freien Blick zu den Sternen gibt.

Wenn du deine Sternenfotos dann im Kasten hast, sollte noch eine Bild-Nachbearbeitung folgen, um die Fotos noch kraftvoller wirken zu lassen. Zum Beispiel kannst du Belichtung und Kontrast vorsichtig etwas anheben, sowie Lichter verstärken und Schatten verringern.

Vielen Dank an Jens-Peter Schneider (www.jenspeterschneider.de) für die Unterstützung zu diesem Artikel.

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