Loupedeck+ Bildmischpult | Das neue Loupedeck Plus

Das Loupedeck Team hat das Loupedeck+ angekündigt, eine verbesserte Version der vorangegangenen Fotobearbeitungskonsole mit mehr Anpassungsoptionen, mehr Software-Kompatibilität und einer überragenden Verarbeitungsqualität.

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Das ursprüngliche Loupedeck hat durchaus für Furore gesorgt. Die Crowd-Funding-Kampagne des finnischen Fotomischpults endete bei 488 % über dem gesteckten Ziel an Finanzierung. Etwa ein Jahr später und mit etwa 15.000 Loupedeck-Benutzern, die sich durch die Bildbearbeitung scrollen und navigieren ist das Team, das über Erfahrungen vom Unterhaltungselektronik-Riesen Nokia verfügt, mit dem Loupedeck+ zurückgekehrt.

Das Loupedeck+ wird als aktualisierte Version des Vorgängers vermarktet und ist kein völlig neues Modell. Mit zusätzlicher Software-Unterstützung, vielen weiteren Anpassungsoptionen und einer besseren Verarbeitungsqualität wird dies jedoch als ernsthafte Verbesserung zum Vorgängermodel gesehen.

Das  Loupedeck+ ist zu einem ähnlichen Preis wie das ursprüngliche Loupedeck erhältlich und sollte für diejenigen, die zum ersten Mal in das System einsteigen möchten ein Selbstläufer sein. Aber wird genug geboten, um einen Kauf für bestehende Loupedeck-Benutzer zu rechtfertigen? Ein Blick auf die Fakten sollte eine erste Orientierung hierzu bieten:

Systemanforderungen und Spezifikationen

  • Adobe Lightroom ab 7.4,  Skylum Aurora HDR, Beta-Integration mit Capture One.
  • Zusätzliche Kompatibilität mit Fotobearbeitungssoftware in der Entwicklung
  • Windows 10, Windows 8.1, Windows 7
  • Mac OS ab 10.12
  • Internetverbindung zum Herunterladen der Loupedeck-Software erforderlich
  • USB 2.0 A
  • 39,5 cm x 15 cm x 4 cm (0.67 kg)
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Mit Loupedeck könnt ihr euch auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, und zwar eure zu bearbeitenden Fotos auf dem Bildschirm.

Was ist ein Loupedeck?

Das Loupedeck ist ein Mischpult für die Bildbearbeitung – eine Art Fotobearbeitungskonsole mit Reglern, Knöpfen und verschiedenen Tasten. Es ist für die Verwendung mit kompatibler Bearbeitungssoftware (siehe Systemanforderungen) optimiert und soll den Arbeitsablauf beschleunigen und für eine verbesserte und angenehmere Steuerungsmöglichkeit sorgen.

Die Verwendung eines Loupedeck bietet unter anderem die Möglichkeit, ein Bild im Vollbildmodus zu bearbeiten ohne dabei von Symbolleisten oder Schiebereglern abgelenkt zu werden. Auch wenn Sie es bevorzugen mit den verschiedenen Menüs und Schiebereglern zu arbeiten, merkt ihr vielleicht, dass ein Rad bei der Feinabstimmung viel genauer ist. Versucht mal den Klarheit-Schieberegler mit der Maus um genau drei Punkte zu bewegen, das ist eher schwierig…

Loupedeck+ Einrichtung

In der Box findet ihr eine Kurzanleitung und die Konsole selbst (das USB-Kabel ist angeschlossen). Das ganze Konzept der Loupedeck-Konsole besteht darin, den Bearbeitungsprozess zu optimieren, daher sind auch das Einrichten des Gerätes sowie das Bedienen ganz einfach.  Loupedeck+ verfügt über eine Plug-und-Play-Funktion und ist somit für die sofortige Verwendung konfiguriert. Sobald ihr die Loupedeck-Software von der Loupedeck-Website heruntergeladen habt, ist das Gerät einsatzbereit. Startet Lightroom Classic CC und ihr könnt sofort mit der Bildbearbeitung anfangen.

Zur Zeit der Markteinführung ist das Loupedeck+ kompatibel mit Lightroom Classic CC und Skylum Aurora HDR. Es sollen jedoch weitere Softwareentwicklungen auf dem Weg sein und es sieht so aus, als würde die Betaversion für Capture One vor Ende Juni auf den Markt kommen.

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Die physischen Unterschiede zwischen Loupedeck und Loupedeck+ sind nicht gleich sichtbar, aber bei näherer Betrachtung lassen sich einige Unterschiede feststellen.

Verarbeitungsqualität

Auf den ersten Blick sieht das Loupedeck+ seinem Vorgänger sehr ähnlich. Die Konsolen sind in der Größe fast identisch, obwohl das Loupedeck Plus etwas leichter ist.

Der auffälligste Unterschied ist wohl das Fehlen der silbernen Einfassung zugunsten einer aufgeräumten, vollständig schwarzen Konsole.

Bei näherer Betrachtung werdet ihr feststellen, dass es ein etwas anderes Tastenlayout gibt und die wohl wichtigste äußerliche Änderung sind die mechanisch rechteckigen Tasten. Die neuen Tasten reagieren schneller, was von großem Vorteil ist, da einige Benutzer die Reaktionsträgheit der Tasten beim Vorgänger bemängelt hatten. Aber das ist noch nicht alles, die neuen Tasten springen hoch, wenn sie losgelassen werden, und sorgen durch eine verbesserte Verarbeitungsqualität für ein präziseres und robusteres Nutzungserlebnis. Dank des erhöhten Profils können die Tasten durch Berührung leichter gefunden werden. Dies ist besonders hilfreich, wenn ihr euch auf den Bildschirm konzentriert.

Tastenlayout

Was das Layout der Steuerelemente anbelangt, verfügt das Loupedeck Plus über 24 rechteckige Tasten (im Gegensatz zu den 25 des Vorgängers). Das Loupedeck+ hat jedoch über 16 kleinere Regler (im Gegensatz zu den vorherigen 11), sowie einen zusätzlichen Regler. Ausgehend von der rechten unteren Ecke bleiben die Tastenfunktionen Kopieren, Einfügen und Fn erhalten. Die Funktionen Auswählen und Zoomen wurden jedoch durch die anpassbaren Tasten C1 und C2 ersetzt.

Jede der fünf Farbetiketten- / Stern-Bewertungstasten sind noch vorhanden, aber jeder Taste wurde eine dritte Funktion zugewiesen (umzuschalten mit der Fn-Taste). Diese Funktionen sind Umschalten, Strg, Windows/ Befehlstaste, Alt und Tab. Eine willkommene Ergänzung, bei der ihr nicht auf die Tastatur zurückgreifen müsst. Wenn ihr euch in die obere linke Ecke bewegt, bleiben Zurücksetzten und Wiederherstellen erhalten, aber die unten abgebildete Pinselschaltfläche wurde durch die drei anpassbaren Regler L1, L2 und L3 ersetzt.

Die Vollbild-Taste, die direkt über dem ursprünglichen Loupedeck-Logo stand, wurde auf die gegenüberliegende Seite der Konsole verschoben und in „Bildschirmmodus“ umbenannt. Anstelle dessen gibt es dafür eine schicke neue Taste für den benutzerdefinierten Modus (dazu später mehr).

Die Tasten Farbe / Schwarzweiß, Farbton, Sättigung und Helligkeit bleiben erhalten, ebenso wie die acht Voreinstellungstasten und die zugehörigen Bildlaufräder. Die beiden kleinen Anpassungstasten (C2 und C3) sind jetzt C3 und C4, wobei die neuen Tasten C5 und C6 die Aufwärtspfeiltaste flankieren. Links von den Pfeiltasten wurde die Zoom-Schaltfläche vollständig entfernt, und in der rechten oberen Ecke bleiben die Tasten Vorher / Nachher und Exportieren.

Die Regler bleiben im Wesentlichen gleich mit Ausnahme des Weißabgleich-Reglers – jetzt Temperatur und des C1-Reglers – jetzt D1. Der zusätzliche Regler D2 befindet sich links von den Pfeiltasten. Sowohl D1 als auch D2 können für Funktionen im Entwicklungsmodus angepasst werden. So bleibt der klobige Kontrollregler erhalten, der dank einer kleinen ästhetischen Veränderung jetzt immerhin etwas schicker aussieht. Was die Funktionalität angeht, klickt und dreht es immer noch und es können jetzt verschiedene Aufgaben zugewiesen werden, darunter Bildrotation, Zuschneiden und eine Verknüpfung zum Entwicklungsmodus.

Benutzerdefinierte Lightroom-Standardschaltflächen

Benutzerdefinierte Tasten (Standard):
– C1 – Flag: Auswählen/Aufheben
– C2 – Flag: Ablehnen/Zurücksetzen
– C3 – Auto Einstellung: Farbgebung
– C4 – Auto Settings: Weißabgleich
– C5 – Zoom: Ein/Aus
– C6 – Schnellauswahl: Hinzufügen/Löschen
– L1 – Anpassungspinsel
– L2 – Radialfilter
– L3 – Verlaufsfilter

Benutzerdefinierte Tasten Fn (Standard)
– C1 – Drehen: Links 90 °
– C2 – Drehen: Rechts 90°
– C3 – Info: Overlay anzeigen
– C4 – Info: Clipping* anzeigen
– C5 – Bild in Photoshop* öffnen
– C6 – Schnellauswahl: QuickC zeigen
– L1 – Fleckentfernung
– L2 – Aktivieren: Loupedeck setup
– L3 – Modus: Bibiliothek /Entwicklung

*Nicht im Bibliotheksmodus verfügbar

Benutzerdefinierte Regler (Standard):
– D1 – Dunstfilter (zum Zurücksetzen klicken)**
– D2 – Schärfe (zum Zurücksetzen klicken)**
– Kontrollregler – Nach Links/Rechts (zum Zurücksetzen klicken)*

*Nur im Bibliotheksmodus **Nur im Entwicklungsmodus

Benutzerdefinierte Regler Fn (Standard):
– D1 – Vignettierung (zum Zurücksetzen klicken)** 
– D2 – Rauschreduzierung (zum Zurücksetzen klicken)**

**Nur im Entwicklungsmodus

Benutzerdefinierter Modus

Das Loupedeck+ bietet viel mehr Anpassungsmöglichkeiten als sein Vorgänger. Mit den vorhandenen Anpassungstasten können nicht nur mehr Funktionen ausgeführt werden, sondern die meisten Tasten und Regler der Konsole sind jetzt zumindest für benutzerdefinierte Anpassungen verwendbar. Loupedeck hat von zwei benutzerdefinierbaren Reglern und siebzehn anpassbaren Tasten gesprochen, in der Realität sieht es jedoch noch viel besser aus. In der Tat ist jeder einzelne Regler bis zu einem gewissen Grad anpassbar. 11 davon sind über die neuen Tasten für den benutzerdefinierten Modus verfügbar, welcher nur im Entwicklungsmodus genutzt werden kann. Ein LED Licht zeigt an, dass er aktiv ist.

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Möchtet ihr eine Taste anpassen? Klickt einfach auf die gewünschte Gruppe im Menübildschirm.

Loupedeck Software 2.0

Alle benutzerdefinierten Einstellungen werden über die neue Loupedeck Software 2.0 angepasst. Diese einfach zu bedienende Benutzeroberfläche zeigt die Loupedeck Plus Konsole von oben nach unten. Um eine Taste anzupassen, klickt einfach darauf und navigiert sie zu einem weiteren Anpassungsmenü. Oben in der Benutzeroberfläche der Software befinden sich drei Dropdown-Boxen. Hier könnt ihr das Gerät und die Software auswählen, die ihr verwendet (derzeit sind nur Lightroom und Capture One verfügbar) und den Modus, in dem ihr die Tasten anpasst (Entwicklungsmodus oder Bibliotheksmodus).

Wenn ihr euch mit der Konsole nicht wirklich auskennt, kann das Anpassen von Tastenfunktionen zunächst etwas unordentlich erscheinen. Macht euch jedoch keine Sorgen, solltet ihr plötzlich feststellen, dass ihr aus Versehen vier Tasten für die Entfernung roter Augen zugewiesen habt, könnt ihr einfach Setup auf der Benutzeroberfläche auswählen und das Loupedeck Plus auf die Standardeinstellungen zurücksetzen.

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Wenn ihr euch beim Anpassen der Tasten etwas zu sehr mitreißen lassen habt, könnt ihr diese jederzeit über die Standardeinstellungen der Konsole wiederherstellen.

Fazit

Wir lassen uns mit unserem endgültigen Urteil hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Softwarekompatibilität der Konsole noch etwas Zeit. Aber, basierend auf der Verarbeitungsqualität, der Fülle neuer Anpassungsoptionen und des Versprechens von besserer Softwareunterstützung werden Fans des ursprünglichen Loupedeck hier nur Optimierungen des Vorgängers finden. Ob ihr euch für ein Upgrade entscheidet oder nicht, hängt möglicherweise auch davon ab, wie viel Nutzen euer vorhandenes Bildmischpult für euch hat. Wenn ihr euch jedoch wirklich mit dem Loupedeck-System angefreundet habt, ist es schwierig, zur herkömmlichen Tastatur-und-Maus-Variante zurückzukehren.

Wenn ihr zum ersten Mal mit Loupedeck in Berührung kommt, ist das Loupedeck+ ganz klar die richtige Wahl. Es ist ein bisschen wie bei einem klassischen Album, das neu aufgelegt wurde – die Melodien sind vertraut, aber das Gesamterlebnis wird verbessert.

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