Praxis-Check: Die Canon EOS 5D Mark IV

30,4 Megapixel, Serienbildaufnahme mit bis zu 7 Bilder pro Sekunde, 4K Videoaufzeichnung, integriertes WLAN und GPS. Mit diesen Hauptmerkmalen bewirbt Canon seine Spiegelreflexkamera EOS 5D Mark IV. Doch wie gut ist die Canon EOS 5D Mark IV in der Praxis und lohnt sich der hohe Anschaffungspreis? Der Hands-on-Test bringt Klarheit:

Der Body

Der robuste, kantenlose, staub- und spritzwassergeschützte Body der EOS 5D Mark IV besteht aus einer Magnesiumlegierung und orientiert sich an der bewährten Form des Vorgängers bzw. der kleinen Schwester EOS 7D Mark II. Im Vergleich zur vorangegangenen EOS 5D Mark III ist das Gehäuse jedoch minimal kleiner und leichter geworden, was sich positiv auf das Handling auswirkt. Auf der Unterseite der verstärkten Bodenplatte sitzt ein klassisches  ¼“-Anschlussgewinde. Der Speicherkarten-Slot bietet Platz für jeweils eine CF- sowie eine SD-Karte und das Akkufach nutzt den Akku-Typ LP-E6N, der mit 1.865 mAh etwas mehr Leistung bietet als dessen Vorgänger LP-E6 mit 1.800 mAh.

Canon EOS 5D Mark IV Seitenansicht

Die Bedienung

Die EOS 5D Mark IV verfügt über ein fest integriertes und hochauflösendes 8,1 cm großes Touchscreen-Display. Menübefehle können unter anderem durch ziehende bzw. spreizende Gesten ausgeführt werden. Durch den Touchscreen ist eine spürbar schnellere Bedienung möglich. Ebenfalls neu ist der AF-Bereichswahlschalter mit dem schnell durch die AF-Bedienfelder gewechselt wird. Alternativ ist auch eine Konfiguration des Schalters für die ISO-Werteansteuerung möglich. Neben dem AF-Bereichswahlschalter besitzt die Kamera zahlreiche Direkttasten, u.a. für die Belichtungskorrektur/ISO, den Verschlussmodus und den Weißabgleich, wodurch eine Bedienung ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen problemlos möglich ist.

Canon EOS 5D Mark IV Displayansicht

Die Schnittstellen

Die Kamera lässt hinsichtlich Schnittstellen kaum Wünsche offen. Neben dem integrierten WLAN und dem GPS besitzt die Canon EOS 5D Mark IV auch einen USB 3.0 Anschluss.

Canon EOS 5D Mark IV Seitenansicht

WLAN

Das WLAN ermöglicht eine drahtlose Steuerung per Smartphone über die kostenlose Canon Camera Connect App. Mittels der App lassen sich der Foto- und Videomodus in Form der Verschlusszeit, Blende und des ISO-Wert steuern.

GPS

Die integrierte GPS-Funktion greift auf die drei Satelliten-Systeme (amerikanische Navstar, russische Glonass, japanische Quasi-Zenith) zurück. Die Geodaten werden für jedes einzelne Bild in den Exif-Daten gesichert.

Bildsensor

Das Kernstück der Kamera bildet der Vollformat-CMOS-Sensor mit 30,4 Megapixel (6720 x 4480px), der selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen bis zu einem gewissen Grad rauscharme Bilder liefert. Im Detail heißt das, dass sich die Lichtempfindlichkeit des Sensors von ISO 100 bis 32.000 erstreckt. In der Praxis ist ab ISO 3.200 ein leichtes Bildrauschen wahrzunehmen.

Foto eines Skeletts
Die Canon 5D Mark IV im Einsatz beim Museumsbesuch

Dual Pixel RAW

In der EOS 5D Mark IV kommt neben dem neuen Bildsensor noch eine weitere neue Technologie zum Einsatz: das „Dual Pixel RAW“. Über das Dateiformat Dual Pixel Raw ist ein Finetuning nach der Aufnahme möglich, d.h. mit der kostenlosen Canon Digital Photo Professional Software kann nachträglich eine Mikro-Verschiebung der Schärfe-Ebene vorgenommen werden. Das „Dual Pixel RAW“ kommt außerdem auch bei der Kontrast-Autofokusmessung zum Einsatz – mit dem Ergebnis einer schnellen Scharfstellung im Live-View-Modus.

Foto eines Schlangenkopfes
Die EOS 5D Mark IV gibt auch bei detailreichen Nahaufnahmen ein sehr gutes Bild ab.

Autofokus

Die Kamera nutzt ein 61-Punkt-AF-System, das sich im Vergleich zu dem Vorgängermodell über einen größeren Bereich verteilt. Hierdurch konnte eine Erweiterung sowohl in der vertikalen als auch in der horizontalen Richtung erzielt werden. Der sucherbasierte Autofokusbetrieb unterstützt One-Shot AF (automatische Scharfstellung für eine Einzelaufnahme), AI-Fokus AF (automatische Schärfenachführung für bewegte Objekte) als auch AI-Servo AF (automatisches Umschalten zwischen One-Shot AF und AI Servo AF bei Registrierung einer Bewegung des Hauptobjektes). Canon liefert zudem sechs vordefinierte, änderbare AF-Cases, die für bestimmte Motivsituationen angedacht sind. Den AF-Cases sind Parameter für Reaktion, Beschleunigung/Verzögerung und AF-Feld-Nachführung zugrunde gelegt.

Foto eines Skeletts
Gestochen scharfe Bilder stellen auch in etwas dunkleren Museumsräumen kein Problem dar.

Serienbildaufnahme

Die Canon EOS 5D Mark IV bietet eine Serienbildgeschwindigkeit von 7B/Sek bei voller Auflösung im RAW-Format, vorausgesetzt man nutzt auch eine entsprechende SD- oder CF-Speicherkarte. Sowohl der Weißabgleich als auch die Belichtungsmessung arbeitet selbst bei diesen Geschwindigkeiten sehr präzise.

Videoaufnahmen

Eine große Stärke der Kamera ist die Videofunktion. Zum Einsatz kommt ausschließlich Cine4K mit 4.096 x 2.160 Pixeln. Aufgezeichnet werden die Videos in dem sehr speicherintensiven und Motion-JPEG-Format. Dafür wird eine Speicherkapazität von 3 bis 4 GB pro Minute benötigt. Canon empfiehlt dafür eine entsprechend leistungsfähige CF-Karte mit UDMA7 und mindestens 100MB/S Speicherrate bzw. eine UHS-I-SD-Karte mit kontinuierlicher Aufzeichnungsrate von mindestens 30MB/S, um ein Aufzeichnungsabbruch zu vermeiden. Im Gegenzug erhält man hochdetaillierte und gestochenscharfe Videos, die mit einem Cropwert von 1,7x aufgenommen werden.

Lieferumfang

Die Canon EOS 5D Mark IV ist seit September 2016 auf dem Markt und kommt mit folgendem Lieferumfang:

  • EOS 5D Mark IV Gehäuse
  • Breiter Trageriemen
  • Akku LP-E6N
  • Kabelschutz
  • EOS DIGITAL Solution Disk
  • Akkuladegerät LC-E6E
  • EG Augenmuschel

Fazit

Die Canon EOS 5D Mark IV zählt völlig zu Recht zu den besten und preisgekrönten DSRL Vollformatkameras. Die Kamera macht Spaß! Sie liegt gut in der Hand, lässt sich Dank des TouchscreenDisplays einfach bedienen und liefert hochdetaillierte Fotos. Das integrierte WLAN und GPS sind sinnvolle Tools. Das GPS-Logging ermöglicht nach einer Rundreise das exakte Nachverfolgen der Reiseroute und das WLAN löst auf lange Sicht den üblichen Fernauslöser ab. Das Hauptaugenmerk der Kamera liegt sicherlich auf der 4K-Videofunktionalität.

Zusammenfassend gibt es für die Canon EOS 5D Mark IV von uns also eine klare Kaufempfehlung.

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