Praxis-Check Sigma 50mm 1.4 Art

Das Sigma 50mm Art ist ein sehr vielseitiges Objektiv zum Portraitieren, für Landschaften und für „urban landscapes“. Sasan Amir, Fotograf aus Saarbrücken, hat das Objektiv einmal genauer betrachtet. 

Wer gerne Menschen portraitiert, kommt kaum um eine Festbrennweite herum. Das Sigma 50mm 1.4 Art ist für mich die perfekte Ergänzung zum Sigma 135mm Art, wenn es darauf ankommt, die Schönheit eines Momentes einzufangen. 

Foto: Sasan Amir / Sigma Art-Objektive

Die Sigma Art-Serie hat zurecht das Kürzel „Art“ im Produktnamen

Auch wenn es viele Objektive gibt, die die gleiche Brennweite besitzen, machen auch diese sehr unterschiedliche Bilder – sofern diese miteinander verglichen werden. Das folgende Bild entstand auf den Berlenga-Inseln in Portugal. Früh morgens stand ich auf, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, jedoch musste ich enttäuscht feststellen, dass der Nebel mir einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte. Nach kurzer Zeit sah ich eine professionelle Tänzerin, die gerade auf einer schmalen Brücke performte. Kurze Zeit später entstand folgendes Bild:

Foto: Sasan Amir

Sigma 50mm 1.4 Art – ein Objektiv der Spitzenklasse

Angefangen mit der Haptik des Objektivs bis hin zur Fokusgeschwindigkeit ist es ein Objektiv der Spitzenklasse. Außen besteht das Gehäuse aus sehr hochwertigem Metall und der Fokusring ist geschmeidig. Von vorne zeigt sich eine sehr schöne Linse und ganze zwölf weitere folgen ihr, die das Licht perfekt zum Sensor weiterleiten. 

Foto: Sasan Amir

Das perfekte Bokeh

Hinter den einzelnen Linsen zeigt sich ein weiterer wichtiger Bestandteil, der für die Art-Charakteristik essenziell ist: Die wunderschöne Blende.  Sie erzeugt ein Bokeh (Hintergrundunschärfe im Bild), das absolut jedem Portrait einen künstlerischen und dynamischen Touch gibt. Gerade durch eine große Blendenöffnung von 1.4 kann eine sehr große Tiefenunschärfe erzeugt und somit die Aufmerksamkeit im Bild gezielt auf bestimmte Aspekte gesetzt werden. Ein Beispiel dafür wäre, dass zwischenmenschlich ein Augenkontakt sehr wichtig ist und daher oftmals der Fokus auch auf dem Auge liegt. So kann der Betrachter sich besser mit dem Bild identifizieren. Bei dem Thema Fokus kann das Objektiv wirklich gut punkten, da es bei dem Modus Augenautofokus der Kamera nicht nur sehr schnell das Auge fokussiert, sondern auch eine sehr gute Trefferrate beim Fokus hat. Vor allem bei spontanen und dynamischen Shootings ist dies eine große Erleichterung. Da haben die Programmierer von Sigma ganze Arbeit geleistet!

Foto: Sasan Amir

Rom – die ewige Stadt und eine Schönheit

Als kleines Beispiel aus meiner kürzlichen Reise nach Italien: Ich war in der engen und stark besuchten Altstadt in Rom unterwegs und sah, wie sich eine Kellnerin gerade in ihrer Raucherpause entspannt an die Altbauwand lehnte. Nach einer kurzen Vorstellung meinerseits war sie voll und ganz dabei, schnell ein paar spontane Shots zu machen.

Foto: Sasan Amir – Melina Tomasi

Eine Meisterleistung: das Sigma 50mm 1.4 Art

Bokeh, Fokusgeschwindigkeit und Haptik stimmen also – jetzt fehlt nur noch die Schärfe. Sigma hat es geschafft, mit der Art-Serie wirklich sehr hochauflösende Objektive zu designen. Dass Objektive in dieser Klasse scharf abbilden sollen, ist keineswegs ein Geheimnis, aber dass schon offenblendig bei f1.4 jede Hautpore zu sehen ist, ist absolut eine Meisterleistung. Ebenso sind sogar chromatische Aberrationen auf ein Minimum reduziert und nur in den schwierigsten Situationen minimal zu erkennen. Aktuell findet gerade bei Vollformat-Kameras ein weiterer Wandel statt. So haben Sony mit der A7R Reihe, Nikon mit der Z7 und Canon mit der EOS R Serie Kameras mit sehr hochauflösenden Sensoren entwickelt und da punktet das 50mm Sigma Art. Es kommt sogar mit den 61 Megapixel von Sony sehr gut klar und kann den hochauflösenden Sensor bedienen.

Objektiv mit grandioser Tiefenunschärfe

Als kleines Résumé ist das Sigma 50mm 1.4 Art nicht nur ein sehr gutes Objektiv, sondern verleiht dem Bild einen künstlerischen Charakter. Dabei kann die Linse auch den Ansprüchen von professionellen Fotografen gerecht werden. Die Maximalblende von 1.4 ermöglicht es, eine starke Tiefenunschärfe zu erzeugen und auch in sehr dunklen Lichtsituationen zu arbeiten. Das einzige Manko ist für den einen oder anderen das Gewicht von 910g. Das ist jedoch auch Gewöhnungssache. Mir fällt es nach einiger Zeit überhaupt nicht mehr auf, dass die Art-Linsen ein kleines Zusatzgewicht mit sich bringen und genieße es, eine solide Linse zu benutzen.

Foto: Sasan Amir
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