31.08.2023

12 Einfache Tipps für die Produktfotografie

Tipps für Einsteiger zur Verbesserung deiner Produktfotos

Die Produktfotografie ist eine wichtige Disziplin in der Welt der Fotografie, insbesondere für Werbung, E-Commerce und Social Media, aber auch für deine privaten Verkäufe kann ein gutes Produktfoto den Unterschied machen. Die Art und Weise, wie Produkte präsentiert werden, hat einen erheblichen Einfluss auf den Verkaufserfolg. Für Anfänger mag das Fotografieren von Produkten zunächst einschüchternd wirken, doch mit einigen grundlegenden Tipps und Techniken kannst du beeindruckende Ergebnisse erzielen, die deine Produkte ins rechte Licht rücken. In diesem Blogbeitrag werden wir dir 12 einfach umsetzbare Tipps zur Produktfotografie vorstellen.

Tipp 1: Verstehe dein Produkt

Bevor du den Auslöser drückst, nimm dir einen Moment Zeit, um dein Produkt genauer unter die Lupe zu nehmen. Schau dir seine Formen, Texturen und individuellen Eigenschaften genau an. Indem du dich mit den Besonderheiten vertraut machst, kannst du kreativere Entscheidungen bei der Komposition deines Produktfotos treffen. Das Erkennen seiner Besonderheiten eröffnet dir vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise kannst du die geschwungene Linie einer Vase oder die feinen Gravuren eines Schmuckstücks betonen. Ein tiefgehendes Verständnis des Produkts führt zu präziseren Aufnahmen und unterstützt die Kommunikation einer visuellen Botschaft, die das Interesse der Betrachter weckt. Das ist der erste Schritt zu deiner perfekten Produktfotografie.

Tipp 2: Achte auf die Produktvorbereitung

Die Sorgfalt, die du in die Produktvorbereitung investierst, spiegelt sich später in deinen Fotos wider und reduziert die Nachbearbeitung am Rechner deutlich. Bevor du dein Objektiv auf das Produkt richtest, nimm dir also Zeit, um es gründlich zu reinigen und zu polieren. Staub, Fingerabdrücke und Kratzer könnten die Wirkung deiner Produktfotos beeinträchtigen. Durch die Reinigung erscheint das Produkt in seiner besten Form, und du vermeidest unerwünschte Ablenkungen im Bild. Ein sauberes Produkt ermöglicht es dir, seine Details klar und präzise einzufangen. Gleichzeitig trägt die Vorbereitung dazu bei, dass du dich voll und ganz auf die kreative Gestaltung deiner Aufnahme konzentrieren kannst und im Nachhinein weniger Arbeit in der Bildbearbeitung hast.

Tipp 3: Der richtige Hintergrund in der Produktfotografie

Der Hintergrund ist ein entscheidender Faktor in der Produktfotografie, der die Atmosphäre und Wirkung deines Produktfotos stark beeinflusst. Ein simpler, einheitlicher Hintergrund lenkt den Fokus auf das Produkt, ohne es zu überwältigen. Klassischerweise ist Weiß eine sichere Wahl, um Produkte isoliert erscheinen zu lassen. Dennoch solltest du mutig sein und mit verschiedenen Farben und Texturen experimentieren, um die Ästhetik zu betonen. Berücksichtige dabei auch, auf welcher Unterlage das Produkt platziert ist. Ein Holztisch oder ein Stück Stoff können dem Bild eine zusätzliche Dimension verleihen. Der richtige Hintergrund schafft eine harmonische Balance zwischen dem Produkt und seiner Umgebung, wodurch eine visuell ansprechende Komposition entsteht.

Tipp 4: Nutze das richtige Licht

Das Licht spielt in der Fotografie im Allgemeinen und ebenso in der Produktfotografie eine zentrale Rolle. Natürliches Licht, insbesondere in der Nähe eines Fensters an einem bewölkten Tag, erzeugt weiche Schatten und gleichmäßige Beleuchtung, die die natürlichen Farben und Texturen des Produkts hervorheben. Direktes Sonnenlicht solltest du vermeiden, da es harte Schatten und übermäßige Kontraste erzeugen kann, die Details verschlucken. Ein Fenster als Lichtquelle bietet dir die Möglichkeit, das Licht zu steuern und subtile Variationen zu erzielen. Alternativ dazu ist künstliches Dauerlicht eine gute Option für Anfänger, da es dir erlaubt, die Lichtwirkung bereits beim Aufbau der Szene zu beurteilen, im Gegensatz zum Blitzlicht.

Tipp 5: Nutze Hilfsmittel wie Reflektoren

Reflektoren sind wertvolle und gleichzeitig preisgünstiger Begleiter in der Produktfotografie. Sie ermöglichen dir die gezielte Steuerung des Lichts und das Aufhellen von Schatten. Ein einfaches Stück weißes Karton oder professionelle Reflektoren können erstaunliche Ergebnisse erzielen. Platziere den Reflektor so, dass er das einfallende Licht auf die schattige Seite des Produkts lenkt, um Details sichtbarer zu machen. Reflektoren helfen auch dabei, die Helligkeit in verschiedenen Bereichen deiner Aufnahme auszubalancieren. Diese zusätzliche Kontrolle über das Licht kann eine Dimension der Raffinesse und Tiefe in deine Produktfotos bringen.

Tipp 6: Spiele mit Schatten und Lichteffekten

Licht und Schatten sind die Grundbausteine der Fotografie. In der Produktfotografie kannst du bewusst mit ihnen spielen, um Tiefe und Dimension zu erzeugen. Gezielte Schatten können dem Produkt eine dreidimensionale Qualität verleihen und es plastisch erscheinen lassen. Experimentiere mit der Position der Lichtquelle, um verschiedene Effekte zu erzielen. Seitenlicht kann die Textur betonen, während Streiflicht subtile Glanzpunkte erzeugen kann. Durch die gezielte Platzierung von Reflektoren oder Abschattungen kannst du die Intensität der Schatten steuern. Diese Schattenspiele verleihen deinen Produktfotos eine professionelle Note und können das Produkt visuell hervorheben, indem sie es von der Umgebung abheben.

Tipp 7: Verwende Stativ und Fernauslöser

Die Kombination aus Stativ und Fernauslöser ist in der Produktfotografie unschätzbar. Ein Stativ sorgt für stabile Aufnahmen, indem es Verwacklungen eliminiert. Außerdem gibt dir ein Stativ die Zeit, dein Produktfoto in Ruhe aufzubauen. So kannst du präzise komponieren und längere Belichtungszeiten verwenden, um die bestmögliche Bildqualität zu erzielen. Ein Fernauslöser oder der Selbstauslöser deiner Kamera minimieren jegliche Erschütterungen, die durch manuelles Auslösen entstehen könnten. Diese Kombination gewährleistet, dass deine Produktfotos scharf sind und jedes Detail klar erkennbar ist.

Tipp 8: Die besten Kameraeinstellungen für Produktfotos

Die richtigen Kameraeinstellungen sind wichtig, um gute Produktfotos zu erhalten, die die Details und die Qualität des Produkts zur Geltung bringen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Schärfentiefe. Wenn du eine durchgängige Schärfe von Vorne bis Hinten des Produktes wünschst, solltest du eine kleine Blendenöffnung verwenden, die durch eine hohe Blendenzahl gekennzeichnet ist – idealerweise im Bereich von f/8 bis f/16. Dadurch wird das Produkt scharf abgebildet und die gesamte Szenerie kommt gut zur Geltung.

Ein niedriger ISO-Wert bis ISO 400 ist ratsam, um eine optimale Bildqualität zu gewährleisten. Dies minimiert das Bildrauschen und bewahrt die feinen Details. Da du ein Stativ nutzt, kannst du längere Belichtungszeiten verwenden, um die Balance zwischen Blende und ISO-Wert zu erreichen. Das Stativ stabilisiert die Kamera und verhindert Verwacklungen, die bei längeren Belichtungszeiten auftreten könnten.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Kontrolle des Weißabgleichs. Deaktiviere den Auto-Weißabgleich und verwende stattdessen den manuellen Weißabgleich oder voreingestellte Optionen. Dadurch stellst du sicher, dass die Farben des Produkts im Foto naturgetreu wiedergegeben werden. Besonders bei Produkten wie Kleidung, bei denen genaue Farbwiedergabe wichtig ist, trägt dies zur Authentizität der Aufnahme bei. Die richtigen Kameraeinstellungen sind der Schlüssel, um die visuelle Ästhetik deiner Produktfotografie zu perfektionieren und die gewünschte Botschaft zu vermitteln.

Tipp 9: Achte auf die Perspektive

Die Wahl der richtigen Perspektive kann den Charakter deiner Produktfotos erheblich beeinflussen. Experimentiere mit unterschiedlichen Blickwinkeln und Positionen, um die interessantesten Ansichten zu entdecken. Ein leichter Neigungswinkel oder eine unkonventionelle Platzierung können das Produkt lebendiger und dynamischer wirken lassen. Manchmal kann eine Aufnahme von oben das Design betonen, während eine seitliche Perspektive die Textur hervorhebt. Deine Wahl der Perspektive kann die Wirkung des Produkts verstärken und eine visuelle Geschichte erzählen, die den Betrachter einbezieht.

Tipp 10: Produktdetails betonen

Nimm dir Zeit, um die kleinsten Merkmale und Feinheiten auf deinen Produktfotos festzuhalten. Makroaufnahmen eignen sich besonders gut, um winzige Details wie Stiche auf Stoffen oder feine Gravuren auf Schmuckstücken hervorzuheben. Diese Nahaufnahmen vermitteln den Eindruck von Präzision und Sorgfalt, die in das Produkt geflossen sind. Die potenziellen Käufer werden die Möglichkeit schätzen, das Produkt aus nächster Nähe zu betrachten und auch die Details zu erkennen.

Tipp 11: Arbeite mit Requisiten

Requisiten verleihen deinen Produktfotos Tiefe und Kontext. Sie können dem Produkt eine Geschichte erzählen und es interessanter machen. Aber sei vorsichtig, dass die Requisiten nicht von der Hauptattraktion – dem Produkt selbst – ablenken. Halte die Balance zwischen dem Hinzufügen von Requisiten und der Aufrechterhaltung des Fokus auf das Produkt. Zum Beispiel kann eine Tasse auf einem Holztisch platziert werden, um eine warme, gemütliche Atmosphäre für ein Teeservice zu schaffen. Requisiten können auch die Verwendung des Produkts verdeutlichen, indem sie es in seiner natürlichen Umgebung präsentieren. 

Tipp 12: Bildbearbeitung gezielt einsetzen

Die Bildbearbeitung ist das Finishing deiner Produktfotos. Nutze sie, um das Beste aus deinen Aufnahmen herauszuholen, aber übertreibe es nicht. Korrigiere Belichtung, Kontrast und Farben, um die visuelle Anziehungskraft zu steigern, aber achte darauf, dass das Ergebnis natürlich aussieht. Bedenke, dass Bildbearbeitung nicht dazu dient, Fehler zu korrigieren, sondern das Bild zu optimieren. Entferne störende Elemente, die während der Aufnahme übersehen wurden, aber bleibe dabei ehrlich gegenüber dem Produkt. Die richtige Bildbearbeitung kann subtile Verbesserungen bringen, ohne die Authentizität des Produkts zu beeinträchtigen.

Extra-Tipp: Wähle die passende Kameraausrüstung

Eine spiegellose Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten bietet dir die volle Kontrolle, die du für professionelle Ergebnisse benötigst. Ein Makroobjektiv ist eine ausgezeichnete Wahl für Nahaufnahmen von Produkten, da du dicht an die Details deiner Produkte herankommst. Ein Standard-Objektiv mit einer Brennweite zwischen 50 mm und 85 mm ist vielseitig und kann für verschiedene Produktarten eingesetzt werden. 

Die Kombination aus der richtigen Kamera und dem passenden Objektiv ermöglicht es dir, die Feinheiten deiner Produkte optimal einzufangen. Achte darauf, dass deine Ausrüstung zu deinem Fotografie-Stil und den Anforderungen deiner Produkte passt.


Unser Fazit zur Produktfotografie

Die Produktfotografie ist eine Kunst, die Präzision, Kreativität und technisches Geschick erfordert. Durch das Verständnis deines Produkts, die richtige Vorbereitung, Lichtgestaltung, Perspektivwahl und die geschickte Nutzung von Hilfsmitteln kannst du beeindruckende Bilder kreieren. Das Spiel mit Licht und Schatten, das Betonen von Details und die bewusste Auswahl von Requisiten verleihen deinen Fotos Tiefe und Bedeutung. Die Bildbearbeitung sollte gezielt eingesetzt werden, um die visuelle Qualität zu optimieren. Mit der passenden Ausrüstung sei es Kamera oder Objektiv und mit einer gewissen Experimentierfreude wirst du schnell in der Lage sein, Produkte in ihrer besten Form darzustellen und Geschichten zu erzählen, die den Betrachter ansprechen.


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