Rigshooting – das besondere Bild in der Fahrzeugfotografie

Autos und Rennwagen in Fahrt fotografieren – und das auch noch von der Außenkurve aus. Viele kennen diese Bilder, aber wie werden sie erstellt? Conny Reinholdt aus dem Erzgebirge erklärt das Rigshooting.

Foto: Conny Reinholdt

Natürlich kann man ein Fahrzeug während der Fahrt vom Wegesrand oder aus einem anderen Auto aus fotografieren. Der Effekt des „Schnellfahrens“ ist ebenso mit der Bildbearbeitung möglich. Viele haben jedoch Freude an „Rigshootings“ und sehen gern Schritt für Schritt wie ein Bild entsteht und lieben die Arbeit mit dem richtigen Hintergrund, den tollen Fahrzeugen und der ganzen Ausrüstung.

Vorbereitung und Fotografie

Thema Ausrüstung – es ist einiges!

Neben Kamera, Objektiv, ND-Filter (Neutraldichtefilter) und Fernauslöser gehört auch die Rigausrüstung dazu. Diese besteht aus einer aus mehreren Teilen zusammengesteckten Stange, häufig aus leichtem Carbon (Selbstbastler greifen meist zu Aluminium), Saugnäpfen, Abstandsbolzen, Kameraaufhängung und oft einem Spannseil, um ein Durchbiegen zu verhindern und etwas mehr Stabilität zu gewährleisten.

Es geht los, das Auto steht bereit!

Wichtig ist, dass das Fahrzeug sauber ist und eine glatte ebene Fläche für den jeweiligen Saugnapf vorhanden ist. Es sind zwei Saugnäpfe anzubringen. Meist werden diese auf die Motorhaube, Wundschutzscheibe, Dach oder Seitenscheibe gesetzt. Der feste Sitz muss gewährleistet sein. Nun wird die Stange fixiert. Die Perspektive sollte zuvor bewusst gewählt werden, da diese nur minimal über die Kameraaufhängung  korrigiert werden kann.

Foto: Conny Reinholdt

Einsteigen, bitte!

Natürlich muss jemand am Steuer sitzen. Der „Fahrer“ achtet auf alle Anweisungen und darf z.B. nicht abrupt abbremsen (Ausrüstung könnte sich lösen usw.). Übrigens werden die Bilder selten mit laufendem Motor gemacht. Dieser würde weitere Vibrationen erzeugen, durch welche die Schärfe verloren geht. Schließlich wird mehrere Sekunden belichtet. Meist steht das Fahrzeug an einem leichten Hang, wird geschoben oder mittels Seil gezogen. Fahrtrichtung kann vorwärts wie auch rückwärts sein, auf dem Bild wird man kaum einen Unterschied feststellen.

Jetzt geht‘ s los

Auf der Kamera sitzt nicht selten ein Weitwinkelobjektiv (oft arbeitet man mit 10-24mm – schließlich möchte man das ganze Fahrzeug mit wenig Abstand auf das Foto bekommen) auf welchem ein ND-Filter sitzt. Dieser ist nötig, um bei einer Blende von z.B. f14 tagsüber eine Langzeitbelichtung durchführen zu können. Die Belichtungsdauer richtet sich nach dem Gefallen des Betrachters, nach dem Hintergrund usw. Oft beträgt diese 4-8 Sekunden, manchmal noch länger. Ausgelöst wird die Kamera meist durch einen Funkauslöser. Der Fotograf läuft stets an seiner Kamera mit.

Die Postproduktion

Die Bearbeitung – aufwendig!

Die Bilder sind im Kasten, die Ausrüstung heil zuhause angekommen. Jetzt geht es ans Bearbeiten. Das Schwierigste ist, die Rigausrüstung unauffällig „verschwinden“ zu lassen – also wegzuretuschieren. Dies wird häufig mit dem Stempelwerkzeug des Bildbearbeitungsprogramms ausgeführt. Das ist je nach Hintergrund zeitaufwendig. Außerdem spiegelt sich die Stange oft im Fahrzeug oder deren Schatten ist zu sehen. Natürlich werden die Helligkeit, Sättigung, Tiefen und Lichter, usw. am kompletten Bild angepasst.

Foto: Conny Reinholdt

Conny Reinholdt

Wer mehr von den Arbeiten sehen möchte, findet sie bei Facebook auf den Fotoseiten Prachtkutsche (Fahrzeugfotografie) und ConFused Pics (Portraits, Landschaft & mehr) [@ConFusedPicsPrachtKutsche @ConFusedPicsErzgebirge] und Instagram.

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