Festbrennweite im Praxis Check: Das Sigma 35 mm F1.4 DG DN

Calumet testet eine klassische Festbrennweite in der Neuauflage: Das Sigma 35mm mit Lichtstärke von 1.4 der ART-Serie. Wie vielseitig dieser Klassiker sein kann und wie er sich in Schärfe und Abbildungsleistung schlägt, zeigt unser Praxis Check.

Ein kurzer Rückblick der ART-Serie

Sigma startete 2012 mit dem heute immer noch erhältlichen 35mm F1.4 DG HSM Art diese Objektiv-Reihe und setzte mit ebendiesem Modell den Startpunkt für die Erfolgsgeschichte der ART-Reihe. Die Linsen dieser Serie sind allesamt geprägt von einer außerordentlichen Abbildungsleistung und für viele Profifotografen die erste Wahl.

Gute neun Jahre später bringt Sigma mit dem neuen 35er eine Version für die spiegellosen Kleinbildkameras heraus. Das DG in der Bezeichnung steht bei Sigma für Objektive, die kompatibel mit dem Kleinbildformat sind und DN signalisiert die Verwendung an spiegellosen Systemkameras. Es ist also von Grund auf neu gerechnet und konzipiert und steht beispielhaft für den hohen Anspruch der ART-Serie.

Das 35 mm wird von uns in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen auf den Prüfstand gestellt: Reportage, Portrait, Stills, Architektur, Lowlight und Landschaft.

Reportage & People Fotografie

Für unsere Aufnahmen sind wir auf einen der schönsten Wochenmärkte Hamburgs gegangen. Der Bildwinkel des Objektivs macht es mit ca. 63 Grad möglich, ganze Szenerien auf dem Markt einzufangen und eignet sich deshalb wunderbar für Reportagen. Die 11 gerundete Blendenlamellen sorgen dabei für ein samtweiches Bokeh und das 35mm kann überzeugen! Auch bei der Schärfe liefert das 35 mm gute Ergebnisse – so sind auch Stills keine große Herausforderung.

Portraitfotografie mit 35mm

Architekturfotografie

Machen wir weiter mit der Architekturfotografie und schauen uns an, was man mit so einer 35er Brennweite anstellen kann.

35mm Blende 16
35mm Blende 1.4

Architekturfotografie mit 35mm

Schau dir für noch mehr Eindrücke einfach unser YouTube Video zu diesem Objektiv an!

Die inneren Werte des Sigma 35 mm – was sagt die Technik?

15 Glaselemente in 11 Gruppen stecken in diesem Objektiv. Sigma verwendet dabei viele verschiedene und vor allem unterschiedlich vergütete Gläser. Im Zusammenwirken der optischen Konstruktion und der speziellen Glassorten ergibt sich eine wirkungsvolle Reduzierung der Abbildungsfehler, einschließlich der Farblängsfehler.
Farblängsfehler sind meist blaue und gelbe Farbsäume an Hell-Dunkel-Übergängen, auch CAs oder chromatische Aberrationen genannt, die nicht mehr im Nachhinein in der Kamera korrigiert werden können.

Zum Fokussieren bewegt ein Schrittmotor im Inneren nur ein einziges Linsenelement. Aufgrund der geringen Masse dieses Fokussierelements ist der gewünschte Fokus blitzschnell erreicht. Das ganze erledigt das Objektiv leise und verzögerungsfrei.

Die Konstruktion des Objektivs ist staub- und spritzwassergeschützt. Die Frontlinse besitzt sogar eine wasser- und ölabweisende Beschichtung. Die ölabweisende Eigenschaft ist deshalb wichtig, weil das Objektiv so auch vor gefährlichem Öl-Nebel geschützt ist. Den findet ihr überall dort, wo Kraftstoffmotoren laufen. Also z.B. Oldtimer-Treffen, der Schiffsdiesel auf Museumsschiffen oder die Motorsäge beim Carving-Künstler.

Die Blende und ihre Funktionen für die unterschiedlichen Disziplinen

Die Blende kann sowohl über die Kamera gesteuert werden als auch über den satt laufenden Blendenring. Zudem gibt es einen Blendenring-Klickschalter, der besonders wichtig für die Videofilmer sein kann. Beim Fotografieren kann der Blendenring mit der Rasterung genutzt werden und beim Filmen wird er ausgeschaltet und die Blende lässt sich stufenlos öffnen und schließen.

Und der Fokusring hat ebenfalls eine wunderbare Haptik und lässt sich mit dem genau richtigen Widerstand bewegen. Die AFL-Taste lässt sich individuell belegen und das robuste Gehäuse ist mit einer Größe und Durchmesser von knapp 7,5 Zentimetern und einer Länge von 11 Zentimetern und einem Gewicht von 645g sehr kompakt. Der Filterdurchmesser beträgt 67 Millimeter.

Lowlight Fotografie

Ein paar Schritte weiter befindet sich eine Kirche – genau richtig, um die Lowlight-Eigenschaften des Objektivs auszuprobieren. Auch hier können wir eine super Leistung im Bild festhalten und es zeigt sich, dass eine 35er Brennweite doch wirklich für viele Einsatzzwecke geeignet ist.

Lowlightfotografie mit 35mm

Landschaftsfotografie

Dazu bewegen wir uns an die Hamburger Außenalster und machen hier noch ein paar Aufnahmen. Schärfe und Farben könne auch in dieser Disziplin überzeugen.

Landschaftsfotografie mit 35mm

Astrofotografie und Koma-Entstehung

Ein großes Thema in der Astrofotografie ist die sogenannte Koma. Koma lässt sich mit einfachen Worten so erklären: Die Lichtstrahlen treten schräg in die Linsenkonstruktion ein. Wenn diese es nicht schafft, die Strahlen in einem Punkt zu bündeln, entsteht eine Koma und die zeigt sich bei der Astrofotografie als Schweif an den Sternen. Das hat Sigma bei diesem Objektiv gut zu verhindern gewusst!

Koma Aufnahme
Hier eine Aufnahme mit Koma
Aufnahme ohne Koma
Hier eine Aufnahme ohne Koma

Alles in allem haben wir mit dem SIGMA 35 mm mit Lichtstärke 1.4 DG DN einen super Allrounder, der dem Besitzer viel Freude an der Fotografie und natürlich auch in der Videografie bereiten wird. Es konnte in nahezu in allen Bereichen überzeugen und zwar schon ab der Offenblende und bekommt daher von uns eine klare Empfehlung.

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