30.06.2022

Sony Alpha A1 - Erfahrungsbericht

Die Sony A1 im Wildlife-Einsatz mit Sasan Amir

Mit der Sony A1 hat Sony eine Kamera gebaut, welche in allen Bereichen stark punkten kann. So habe ich die Sony A1 für mein 5-monatiges Wildlife Projekt in Südamerika mitgenommen und sie auf Herz und Nieren geprüft. Angefangen in eisiger Höhe bei 3500 m bei dem Cutupaxi Vulkan in Ecuador, über Aufnahmen von Pelikanen bei der Jagd in Galapagos bis hin in den tiefen Regenwäldern Boliviens.

Einordnung der Sony Alpha 1 innerhalb der Sony Systemkameras

Um die Sony A1 besser im Sony Lineup kategorisieren zu können, erst eine kleine Übersicht der verschiedenen Sony Kameras aus der alpha Serie. Sony führt 6 verschiedene Produktionsreihen für Vollformatnutzer: α7, α7C, α7S, α7R, α9 und seit kurzem auch die A1.

Die A7S- Serie setzt den Fokus für Videografen, die A9-Serie ist aufgrund ihres sehr schnellen Autofokus optimal für Wildlife und Sportfotografen, und die A7R Serie ermöglicht durch ihre sehr hoch auflösenden Sensoren sehr viel Flexibilität in den RAW-Dateien, was den Bildausschnitt angeht. Ebenso sind die Bilder dieser Kamera sehr gut geeignet für Großformatdrucke.

Nun hat Sony mit der A1 eine Kamera gebaut, deren Autofokus mit der blitzschnelle A9 mithalten kann, die Filmeigenschaften der A7S III besitzt und noch zusätzlich in 8K filmen kann und eine hohe Auflösung, ähnlich wie bei der R-Serie mitbringt. Sozusagen ein Alleskönner und das auch auf ganzer Linie!

Unscheinbar, aber trotzdem revolutionär: Das Kühlsystem der Sony A1

Wie bereits kurz erwähnt, hatte ich die Sony A1 auf Galapagos, in Ecuador & in Bolivien. Länder, die teilweise über 35 °C und eine sehr intensive Sonneneinstrahlung vorweisen. Dabei kam es oft vor, dass ich bei Mittagssonne, ohne Schatten für mehrere Stunden die Kamera im Einsatz hatte.

Nicht immer an, aber bei dieser Sonneneinstrahlung heizt sich alles auf. Da ich die Grenzen der Kamera in Bezug auf ihre Wärmeabfuhr testen wollte, filmte ich in 4K 120 FPS und 8K 30 FPS. Der Test wurde erst abgebrochen, als beide (160gb CF-A) Speicherkarten voll waren, aber nicht durch eine Überhitzung. Auch an anderen Tagen filmte ich oftmals 30 – 45 Minuten durchgehend in 4K 120 FPS ohne Probleme.

Doch ist es realistisch, solange mit den Einstellungen zu filmen? Angefangen bei Sportaufnahmen, wie z.B. einem Fußballspiel, oder auch bei mir aktuell dem Versuch, einen Kolibri einzufangen, wie er zu einer Blüte eilt, um den Nektar zu ernten. Da diese Vögel extrem schnell sind und sich nicht ankündigen, lies ich beispielsweise die Kamera laufen, bis einer ins Bild geflogen kam. Für mich eine absolute Meisterleistung, dass so eine starke Kamera passiv gekühlt werden kann und das in so einem kompakten Maß.

Fotografie oder Videografie mit der Sony A1?

Da ich persönlich neben der Fotografie sehr stark vermehrt auch filme, hatte ich bei meinem letzten Langzeitprojekt in Südafrika eine Sony A7SIII und eine Sony A7RIV dabei. Damit hatte ich sowohl die Fotografie, als auch die Videografie abgedeckt. Jedoch ist es oft vorgekommen, dass zwischen dem Kamerawechsel wertvolle Zeit verloren ging. Und genau hier punktet die Sony A1 für mich am stärksten. Innerhalb einer Sekunde ist dank speicherbaren Presets zwischen Fotografie und Video der Wechsel möglich.

Auf dem ersten Speicherplatz ist 4K mit 60 FPS gespeichert, dabei cropped die Kamera nochmals und ermöglicht es mir, einen engeren Bildausschnitt von den Tieren einzufangen. Auf dem zweiten Speicherplatz ist 4K 120 FPS eingestellt, um besonders hektische Momente einfangen und verlangsamen zu können. Auf dem dritten Platz steht 8K an. Doch wofür nutze ich 8k, wenn so wenige Geräte bis dahin das unterstützen? 8K hat den enormen Vorteil, dass es eine 4-mal so hohe Anzahl an Bildpunkten einfängt. Das gibt mir zwei große Vorteile, und zwar erstens, dass ich im Nachgang einen engeren Bildausschnitt auswählen kann und immer noch eine sehr hohe Auflösung vorweisen kann. Aber auch Schwenks innerhalb einer statischen Aufnahme möglich sind. Zum zweiten lassen sich Videos so auch sehr gut nachträglich stabilisieren, falls Verwacklungen ein Problem darstellen sollten.

Letztendlich ist jedoch die alpha Serie größtenteils für Fotografen gedacht, für Videografen gibt es FX, FS, Cine alta und noch andere Serien. Mit der A7S Serie und auch mit der α1 ist es nun möglich viele wichtige Videofunktionen ebenfalls nun in der alpha Serie zu nutzen und machen diese Cams zu perfekten Hybridkameras. Wie anteilig diese Kameras für Foto und Video aufgebaut sind, ist daher schwer zu sagen und sollte jeder für sich entscheiden. Bei mir wird die Sony A1 zu 50 % als Fotokamera und 50 % als Videokamera zum eingesetzt.

Serienbildgeschwindigkeit:30 Bilder pro Sekunde

Natürlich kommt es darauf an, in welchem Bereich die Kamera genutzt wird. Bei Stillleben, Astro, oder Landschaftsfotografie würde das sehr wahrscheinlich nicht infrage kommen. Jedoch bei schnellen und bewegten Aufnahmen, ist die Möglichkeit auf 30 FPS zu schalten sehr von Vorteil. Das kann z.B. bei Sport, Wildlife oder auch dynamische Porträts sein. Auch wie hier zu sehen, um den kurzen Augenblick einzufangen, bei dem der Kolibri genau perfekt in Position ist.

Es sind natürlich auch Abstufungen vorhanden mit beispielsweise 15, 10 oder 5 FPS. Da sonst gerade bei längeren Projekten im Ausland schnell sonst der Speicher voll ist, gerade bei der Nutzung von unkomprimierten RAWs. Auch richtet sich die Sony A1 weniger an Hobbyfotografen, welche vermutlich eher weniger den vollen Funktionsumfang der Kamera nutzen würden, sondern professionelle Fotografen/Videografen. Daher ist sie auch preislich die teuerste Kamera aus der alpha Serie, liefert aber auch dementsprechend Spitzenwerte in den Features. 

Das Potential der Sony voll ausschöpfen

Dabei ist es wichtig, dass die zuvor erwähnten 30 FPS nicht in Kombination mit jedem Objektiv möglich sind. Die meisten neuen GM Linsen, wie das 70-200 mm GMII, sind schnell genug, um die A1 ausreizen zu können. Ebenso empfehle ich von den klassischen SD-Karten abzusehen und die neuen CF-Express Typ A Karten zu nutzen.

Der Vorteil in den Karten liegt in der viel höheren Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Somit kann die α1 ihren Zwischenspeicher mit einer Sony Tough 160GB CFA-Karte in knapp 7,8 Sekunden leeren und in ca. 16 Sekunden mit einer Sony Tough 128 GB Karte. Ebenso dauert es länger, bis der Zwischenspeicher voll ist mit den CF-A Karten, was natürlich gerade bei 30 FPS sehr von Vorteil ist. Auch beim Importieren der Bilder macht sich die Geschwindigkeit durch deutlich kürzere Transferzeiten erkennbar.

Ebenso ist es wichtig den hochauflösenden Sensor mit entsprechenden G, oder noch besser GM Linsen zu bedienen. Diese weisen eine sehr gute Schärfe über das gesamte Bild hin und ebenso die Möglichkeit viel Licht einzufangen, um Bildrauschen entgegenzuwirken.

Verschlusszeiten bis zu 1/32.000 Sekunde

Natürlich muss dafür schon sehr viel Licht vorhanden sein, aber wenn wir beispielsweise mit dem 135 mm 1.8 offenblendig fotografieren möchten, dann ist es natürlich sehr praktisch, mit der Verschlusszeit mehr Spielraum zu besitzen. Jedoch ist die Funktion gerade bei sehr schnellen Bewegungen von Nutzen, da diese perfekt eingefroren werden können. Dabei ist mit dem mechanischen Verschluss eine Verschlusszeit von maximal 1/8000 s möglich und alles darüber ist nur noch mit dem digitalen Verschluss möglich.

Präziser Autofokus in der Sony A1

Das AF-System kann so schnell sein wie es möchte, ist es nicht treffsicher, ist es trotzdem unbrauchbar. Um jedoch die beste Trefferrate zu erzielen ist eine Kommunikation zwischen Nutzer und Kamera wichtig. So kann die Fokus Art, z.B. DMF, AFC etc. ausgewählt werden, sowie auch der Fokusbereich. Noch wichtiger ist es jedoch, einzustellen, ob Tier, Vogel oder Menschen Eye-AF genutzt werden soll. Somit kann die Kamera natürlich viel besser die Situation „einschätzen“. Dann ist es auch kein Problem Vögel im Flug zu fotografieren und der Fokus sitzt perfekt auf dem Auge. Dieser Kolibri ist beispielsweise gerade mal ca. 7 cm groß und dementsprechend klein ist das Auge. Trotz des schnell fliegenden Vogels und des geringen Kontrastes zwischen Federn und Auge sitzt der Fokus perfekt. Für mich eine absolute Meisterleistung.

Gerade Raubkatzen wie Leoparden, Geparden stellen wegen der Fellfärbung hohe Ansprüche an den Autofokus einer Kamera. Selbst auf den Jaguar stellt die Sony A1 den Fokus schnell und präzise ein.

Negatives bezüglich der Sony A1 gibt es nur sehr wenig, und zwar fehlt mir der Tier-Augen-Autofokus im Video Mode. Diesen gibt es bereits für die Sony A7IV und wird es voraussichtlich auch bald für die α1 geben! Ebenso die Möglichkeit nicht nur über die Touch-Funktion Objekte zu tracken, sondern über die Bedienung des Auslösers. Der einzige Punkt, welcher z.B. der A7IV nachsteht ist der Preis, da er mehr als doppelt so hoch liegt. Aber wie bei vielem anderen ist es hier auch so, wer mehr zahlt, bekommt auch mehr! 

Fazit zur Sony Alpha A1

Die Sony A1 bietet  alles, was die Topmodelle α9II, α7siii und die α7riv bieten und teilweise noch mehr. Daher positioniert sich die Kamera natürlich als das Flaggschiff der Sony alpha Reihe mit einem entsprechenden Preis. Dabei richtet sich die Kamera an Profis, jedoch ist hier der Vorteil, dass die meisten Einstellungen und auch die Haptik der Kamera wie bei den Einsteiger Vollformatkameras gehalten wurde.  Somit ist die Umgewöhnung auf die α1 minimal und es kann direkt losgehen! Die Idee drei verschiedene Kameraserien in einen Kamerabody zu vereinen, ist mutig und hat auf ganzer Linie mit der Sony α1 funktioniert. Daher eine klare Kaufempfehlung meinerseits. 

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