Filmen mit der Nikon Z6 und Z7 | Tipps & Einstellungen

Anleitung für die Menüeinstellungen zum Filmen mit Nikon Systemkameras

Die großen Sensoren der Nikon Vollformatkameras sind optimal für die Videoproduktion. Viele Profis setzen auf die Nikon Z-Kameras. Erfahre hier, wie Du die individuellen Einstellungen vornimmst.

Nikons spiegellose Z-Modelle Nikon Z 6 und Nikon Z 7 sind perfekte Werkzeuge für professionelle Video-Produktionen. Die Nikon Z-Kameras filmen in 4K-/UHD-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde und haben jede Menge professionelle Funktionen wie eine 10-Bit-N-Log-Aufzeichnung und eine Flimmerreduzierung an Bord. Hinzu kommt eine sensorbasierte Bildstabilisierung. Die leistungsstarken Z-Objektive ergänzen die Kamera und sorgen für einen brillanten Look. Dabei fokussieren sie schnell und leise, so dass Bildszenen perfekt und erfasst werden.

Videos in Zeitlupe und 4K aufnehmen

Die Nikon Z 6 wie auch die Nikon Z 7 zeichnen sich durch ein gestochen scharfes Videobild aus. Das hängt damit zusammen, dass beide Kameras in einer höheren Auflösung aufnehmen als sie am Ende ausgeben. Dieser Vorgang wird auch „Oversampling“ genannt. Bei der Nikon Z 7 wird das 4K-/UHD-Bildmaterial aus einem 8K-Signal erzeugt. Bei der Z 6 bildet ein 6K-Signal die Basis für das finale Videobild. Für eine flüssige Bildwiedergabe werden die 3.840 x 2.160 Pixel mit 30 Bildern in der Sekunde aufgenommen. Wahlweise stehen euch im Film-Menü auch noch die Optionen für 25 und 24 Bilder pro Sekunde zur Wahl. Wenn ihr in Full-HD-Auflösung filmt, habt ihr sogar die Möglichkeit, mit 120 Bildern pro Sekunde aufzunehmen und das Material in der Nachbearbeitung verlangsamt als Zeitlupe wiederzugeben.

Einstellungen im Videosmodus der Nikon Z6 & Z7

Um vom Foto- in den Video-Modus zu wechseln, braucht ihr nur den „Foto/Video-Wähler“ umzulegen, der die „Display“-Taste auf der Gehäuserückseite umschließt. Über die Info-Taste „i“ öffnet sich eine Schnellübersicht mit den wichtigsten Grundeinstellungen. Hier könnt ihr unter anderem die Auflösung und die Bildrate festlegen, den Weißabgleich auf die Aufnahmesituation anpassen, den Mikrofonpegel justieren und die Fokusmethode wählen.

Individuelle Anpassung des Menüs

Sollte euch die Anordnung der angebotenen Funktionen in der Schnellübersicht nicht zusagen oder möchtet ihr die ein oder andere Videofunktion gegen eine für euch wichtigere austauschen, dann könnt ihr das „i“-Menü jederzeit in den „Individualfunktionen“ des Hauptmenüs verändern. Die entsprechenden Einstellungen dafür findet ihr über den Unterpunkt „g1 i-Menü anpassen“. Direkt darunter, also bei „g2 Benutzerdefinierte Funktionszuweisung“, habt ihr außerdem die Möglichkeit, einige Tasten am Gehäuse mit von euch häufig genutzten Funktionen zu belegen. So könnt ihr diese während der Aufnahme schneller erreichen.

Nikon Z6 und Z7 - Die Bedienung individuell anpassen
Die Bedienung individuell anpassen

Die optimale Fokus-Einstellung

Um das Motiv im Film-Modus scharf zu stellen, habt ihr verschiedene Möglichkeiten. Als Fokusmodi stehen euch „AF-S“ (Einzelautofokus), „AF-C“ (kontinuierlicher AF), „AF-F“ (permanenter AF) und „MF“ (manuelle Fokussierung) zur Wahl. Bleiben wir zuerst beim Autofokus. Der Einzelautofokus „AF-S“ bietet sich an, wenn ihr ein Motiv anvisiert, das sich entweder gar nicht oder nur geringfügig bewegt. Dabei könnt ihr sowohl vor als auch während der laufenden Videoaufnahme scharfstellen. Dafür drückt ihr entweder den Kamera-Auslöser halb durch oder ihr wählt den Fokuspunkt mit dem Finger am Touch-Display.

Automatische Schärfenachführung

Wollt ihr dagegen eine Bewegung filmen, sind die Modi „AF-C“ und „AF-F“ die bessere Wahl. Der „AF-F“-Modus zieht die Schärfe automatisch und ununterbrochen nach. Im „AF-C“-Modus entscheidet ihr dagegen selbst, ab wann und für wie lange der Fokus automatisch mitgehen soll. Der Autofokus folgt dem Motiv nur so lange, wie ihr den Kamera-Auslöser halb durchdrückt. Lasst ihr den Auslöser wieder los, stoppt auch die kontinuierliche Fokusverlagerung. Dieser Vorgang lässt sich während der Videoaufzeichnung beliebig oft wiederholen.

Galerie: „Die optimal Fokuseinstellung“

Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 1
Autom. Messfeldsteuerung
Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 2
Großes Messfeld

Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 3
Tracking-Empfindlichkeit
Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 4
Fokusmodus

Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 5
AF-F Permanenter AF
Nikon Z6 und Z7 - Die optimale Fokus-Einstellung - Teil 6
Permanenter AF (AF-F) Shortcut

Tracking bei der Nikon Z6 und Z7

Neben der gewünschten Fokusmethode könnt ihr dem Autofokus über die „AF-Messfeldsteuerung“ vorgeben, ob er ganz gezielt auf ein kleines Einzelfeld, auf zwei etwas größere Felder oder auf Motive im gesamten Bild reagieren und scharfstellen soll. Die kleinen und großen Felder lassen sich beliebig über den Joystick auf der Gehäuse-Rückseite oder per Touchscreen im Bildausschnitt verschieben. Bei der automatischen Messfeldsteuerung entscheidet die Kamera dagegen selbstständig, worauf sie fokussiert.

Das ist vor allem bei der Aufnahme von Bewegungen hilfreich, wenn ihr vorher nicht wisst, ob euer Motiv möglicherweise die Richtung wechselt. Möchtet ihr ein ganz bestimmtes Motiv im Bild verfolgen, bieten euch die Z-Modelle eine „Tracking“-Funktion an. Hierfür markiert ihr das gewünschte Motiv zu Beginn der Aufnahme mit einem kleinen Fokus-Messfeld. Anschließend bleibt dieses Messfeld auf dem Motiv verankert, solange es sich nicht aus dem Bildausschnitt bewegt.

Tracking-Empfindlichkeit

In manchen Aufnahmesituationen kann es passieren, dass während des „Trackings“ plötzlich weitere Personen im Bild erscheinen. Wenn ihr in dem Fall nicht möchtet, dass euer Autofokus sofort auf die neue Person anspringt, dann könnt ihr in den Individualfunktionen unter „g5 AF-Tracking-Empfindlichkeit“ einstellen, ob der Autofokus sehr schnell oder eben stark verzögert auf neue Objekte reagieren soll.

Manueller Fokus im Video

Möchtet ihr den Schärfepunkt lieber manuell setzen, dann wechselt ihr im Fokus-Modus auf die manuelle Fokussierung „MF“. Damit ihr die Schärfe optimal kontrollieren könnt, habt ihr die Möglichkeit, den anvisierten Bildausschnitt mit der Lupen-Taste elektronisch zu vergrößern. So lassen sich Details besser erkennen.

N-Log für einen professionellen Look

Damit das Videomaterial der Nikon Z 6 und Z 7 den hohen Ansprüchen der Profis gerecht wird, bieten beide Kameras die Möglichkeit, über den HDMI-Ausgang mit einer 10-Bit-Farbtiefe und einer N-Log-Einstellung aufzuzeichnen. Damit eröffnet sich ein wesentlich größerer Spielraum in der Nachbearbeitung, wenn es darum geht, Farben, Helligkeit und Kontraste zu korrigieren.

Galerie: „Für den professionellen Look“

Für den professionellen Look
HDMI Einstellung: Fortgeschritten
hdmi
Datentiefe der Ausgabe

n-log
N-Log Einstellung
DisplayMuster
Display Muster: Muster 2

Nikon Z6 und Z7 - Fuer den professionellen Look 5
Schwellenwert for Licter Anzeigen: 248

Flimmerreduzierung

Darüber hinaus wurde in beiden Kameras eine Flimmerreduzierung integriert, die ein „Flackern“ der Helligkeit und der Farbtemperatur bei Kunstlicht-Aufnahmen vermeidet. Überbelichtungen lassen sich mithilfe der „Lichter anzeigen“-Funktion unterbinden. Hier könnt ihr in der dazugehörigen Individualeinstellung „g6“ nicht nur das Muster wählen, mit dem euch eine Überbelichtung signalisiert wird. Ihr könnt darüber hinaus sogar entscheiden, ab welchem Schwellenwert für die Lichter die Überbelichtungswarnung aktiv werden soll. Möchtet ihr mit mehreren Z 6- und/oder Z 7-Modellen parallel filmen, empfehlen wir euch zusätzlich die Timecode-Funktion. Mit dieser Zeitangabe lassen sich unterschiedliche Videosequenzen später leichter synchronisieren.

Klang & Ton

Da Videos nicht nur aus Bildern, sondern auch aus einer Tonspur bestehen, sind die Z 6 und die Z 7 jeweils mit zwei 3,5-mm-Klinkenanschlüssen für ein externes Mikrofon und einen Kopfhörer ausgestattet. Die Mikrofonempfindlichkeit kann im Menü je nach Aufnahmesituation individuell angepasst werden. Dazu gibt es die Optionen, Windgeräusche zu reduzieren und eine Dämpfung hinzuzuschalten, wenn man vermeiden möchte, dass der Ton durch laute Umgebungsgeräusche verzerrt wird.

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